Tibet ist für viele einer der grossen Reiseträume. Mein Bloggerkollege Stefan Czurda war auf dem Dach der Welt unterwegs und empfiehlt es jedem, es ihm nachzumachen. In diesem Gastartikel nennt er die Gründe für seine Begeisterung.

Gastartikel und Bilder: Stefan Czurda

Vielleicht kennt ihr das: Man nimmt sich etwas ganz besonderes vor und schiebt es aber immer wieder auf. Aber irgendwann ist einfach der Zeitpunkt gekommen und man denkt nicht mehr viel darüber nach und macht es einfach. 2018 habe ich mir endlich meinen großen Traum erfüllt und bin nach Tibet gereist.

Ich habe diesen Schritt nie bereut. Ich kann euch wirklich empfehlen, diese besondere Region zu besuchen. Es war wohl das größte Abenteuer in meinem Leben bis jetzt. Tibet ändert sich ständig und wird vielleicht in ein paar Jahren komplett anders aussehen.

Tibet muss man einfach erleben, spüren und sich darauf einlassen. Es ist einfach ganz speziell dort. Nun möchte ich auch ein paar Gründe nennen, warum ihr unbedingt nach Tibet reisen solltet.

 

Den Potala Palast in Lhasa besuchen

Der Potala Palast ist unumstritten das bekannteste Gebäude Tibets und war einst das politische Zentrum der Region. Der Dalai Lama hat hier, so sagt man, zu Winterzeiten residiert und Würdenträger aus der ganzen Welt empfangen. Ebenso ist der Potala Palast ein religiöses Zentrum für den tibetischen Buddhismus.

Um das Gebäude zu besuchen, muss man sich ein Ticket besorgen, was typischerweise der Reiseleiter übernimmt. Der Potala Palast ist eines der größten Highlights jeder Reise nach Tibet und daher auch mein erster Tipp.

 

Durch die Altstadt von Lhasa spazieren

Nach außen hin entwickelt sich Lhasa mehr und mehr zu einer modernen chinesischen Stadt, aber im Inneren hat sich die Stadt das traditionelle Tibet bewahrt. Ich hoffe, dass das auch in Zukunft so bleiben wird.

Die Altstadt von Lhasa, das Barkhor-Viertel, ist wirklich sehr stimmig. Es gibt hier einigen Restaurants und zahlreiche Händler, bei denen ihr schöne Souvenirs aus Tibet kaufen können. Im Zentrum steht auch der heiligste Tempel in Tibet, der Jokhang Tempel, um den ein kurzer Pilgerweg führt.

Im Barkhor-Viertel rund um den Pilgerweg könnt ihr Tibet so erleben, wie ihr es euch wahrscheinlich vor eurer Reise vorgestellt habt, traditionell und authentisch.

 

Tibetisches Essen ausprobieren

Da in Tibet nicht viel wächst und das Leben in den unglaublichen Höhen sehr rau ist, ist das Essen eher einfach und wenig facettenreich. Ich kann euch aber trotzdem empfehlen, das typisch tibetische Essen wie Tsampa, Buttertee und Yakfleisch einmal auszuprobieren, wenn ihr das möchtet.

In Tibet wird natürlich viel importiert und ihr bekommt auch viele verschiedene chinesische Gerichte serviert. Wenn ihr kein Fleisch isst, ist auf jeden Fall etwas für euch dabei.

 

Buddhistische Klöster besuchen

In Lhasa gibt es die zwei großen Klöster Drepung und Sera, aber auch in anderen Regionen habt ihr die Möglichkeit, die buddhistischen Klöster Tibets zu besuchen. Das ist natürlich wieder eines der großen Highlights und sicher einer der Gründe, warum ihr nach Tibet reisen solltet.

Den Geruch der Butterlampen oder des Räucherwerks, und das Meditieren der Mönche nimmt man mit allen Sinnen wahr! Außerdem lernt ihr viel über die Religion der Tibeter, was wirklich sehr spannend ist.

Die Stimmung in den Klöstern ist ganz eigen, ich kann mich heute noch gut daran erinnern. Ein großartiges Erlebnis!

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Einmal vor dem höchsten Berg der Welt stehen

In zwei Tagen mit dem Bus von Lhasa Richtung Südwesten erreicht ihr den höchsten Berg der Welt. Auf 5200 m, am Fuße der tibetischen Nordseite, habt ihr einen gigantischen Ausblick auf den Mount Everest.

Für mich als Bergliebhaber eines der schönsten Erlebnisse in meinem Leben. Vom Touristen-Basecamp könnt ihr das ihr dem Berg noch etwas näher kommen und eine spannende Nacht in den stimmigen tibetischen Zelten verbringen.

Hier liegt auch das Kloster Rongpu, das höchste Kloster der Welt. Bei schönem Wetter könnt ihr den Sonnenuntergang am Mount Everest genießen.

 

Kailash umrunden

Der Mount Kailash befindet sich in Westtibet und ist der heiligste aller Berge. Er wird von vier Religionen verehrt, unter anderem dem Buddhismus und Hinduismus. Die Umrundung des Kailash, auch Kora genannt, gibt als bedeutsame Pilgerstrecke.

Wenn man eine längere Tibet Reise plant, dann sollte man auf jeden Fall den Kailash besuchen. Von Lhasa muss man dazu eine lange Anreise durch ganz Tibet einplanen und über 1000 km nach West Tibet nach Darchen reisen.

Der Pilgerweg ist eigentlich nicht schwierig, jedoch wandert man über 5000 m. Man muss 53 km in drei Tagen zurücklegen und einen 5600 m hohen Pass überwinden. Dafür ist die Kora ein großes Abenteuer und man wird mit tollen Ausblicken auf einen der schönsten Berge der Welt belohnt.

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Sich der unglaublichen Höhe Tibets aussetzen

Ist vielleicht nicht ein Grund, um nach Tibet zu reisen, aber die unglaubliche Höhe ist dennoch euer ständiger Begleiter. Ich sage es wie es ist. Ich habe sie immer wieder heftig gespürt, obwohl ich mich zu Hause in Rahmen eines Höhentrainings auf Tibet vorbereitet habe. Ich denke, ihr könnt es auf dem Foto ganz gut sehen.

Direkt nach Lhasa zu reisen ist nicht der beste Plan, denn hier landet ihr bereits auf 3600 m. Ich kann wirklich empfehlen beispielsweise aus Kathmandu in Nepal anzureisen und dort ein paar Tage auf rund 1500 m Höhe zu verbringen, um den Körper langsam an die Höhe anzupassen.

Am Fuße des Everest seid ihr auf 5200 m und wenn ihr den Kailash umrundet müsst ihr einen Pass von 5600 m überqueren. Das setzt den Körper schon ordentlich zu.

Lasst euch für eure Tibet Reise viel Zeit und macht keinen zu großen Höhensprünge. Trinkt viel Wasser, lasst Alkohol weg und geht es gemächlich an. So könnt ihr euch langsam an die Höhe gewöhnen und euren Aufenthalt viel mehr genießen.

Über den Autor

Der Wiener Hobby-Fotograf und Blogger Stefan Czurda schreibt auf www.sc-fotoblog.com über Reise-, Outdoor-, Sport und Portrait-Fotografie und erzählt in seinem ausführlichen Reisebericht über Tibet über seinen Aufenthalt in Lhasa, beim Mount Everest und von seiner Umrundung des heiligen Berg Kailash.

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1 Kommentar

  1. „Tibet ändert sich ständig und wird vielleicht in ein paar Jahren komplett anders aussehen“ ist schon ein ziemlicher Euphemismus für die flächendeckende Unterdrückung tibetischer Kultur.

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