Kreditkarten und Bargeld: Eine gute Mischung in China. Foto: O. Zwahlen

Kreditkarten und Bargeld: Eine gute Mischung in China. Foto: O. Zwahlen

Wie kommst du im Reich der Mitte am leichtesten an dein Geld? Welches ist die beste Kreditkarte für China? Ist es für Touristen möglich, in der Volksrepublik ein Bankkonto aufzumachen? In diesem Artikel verrate ich dir alles, was du über deine Finanzen bei einer Chinareise wissen musst.

„Mit Geld kannst du nicht alles kaufen“, heisst es im chinesischen Volksmund. „Aber ohne Geld kannst du gar nichts kaufen.“ Das gilt natürlich auch für Reisende. Deswegen gebe ich dir heute die wichtigsten Tipps und Tricks, rund um das Thema Geld in China. Woher bekommst du Bares? Welche Kreditkarte funktioniert in China am besten? Was ist mit Geld wechseln?

Bargeld in China

In China bezahlst du mit dem chinesischen Yuan. Weitere bekannte Namen für die Währung sind Renminbi (Volksgeld) oder umgangssprachlich Kuai. Abgekürzt wird die Währung meistens mit RMB, obwohl die internationale Bankenabkürzung eigentlich CNY ist. In China findest du auch häufig die Zeichen 元 oder ¥.

Ein Yuan lässt sich in zehn Mao und hundert Fen unterteilen, wobei Fen-Beträge heute fast nur noch bei Banken eine Rolle spielen. Die grösste Note ist der 100 Yuan-Schein, die kleinste der 1-Fen-Schein, auf den ich allerdings in sechs Jahren nur etwa fünf Mal gestossen bin. Für Beträge bis 1 Yuan gibt es ausserdem Münzen. Beachte, dass Nordchinesen die 1-Yuan-Münzen nicht gerne annehmen.

Derzeit (Stand Dezember 2014) erhältst du für einen Euro rund 7,50 Yuan. Den aktuellen Wechselkurs kannst Du hier abfragen.

Auch wenn in China Plastikgeld weitverbreitet ist, wirst du als Tourist trotzdem das meiste bar bezahlen, da viele Geschäfte nur chinesische Karten akzeptieren. Dazu kommt, dass insbesondere die günstigeren Geschäfte, Hotels und Restaurants keine Kreditkarten akzeptieren. Du wirst also sinnvollerweise Bargeld mitführen müssen.

Woher kriegst du vor Ort dein Bargeld?

Du hast mehrere Möglichkeiten um in China an Bargeld zu kommen. Wenn du nicht den ganzen Text durchlesen willst, kannst du hier direkt an die entsprechende Stelle klicken.

Bankomaten in China

In den Grossstädten ist es in der Regel kein Problem, einen Bankomaten zu finden. Fast alle Bankfilialen haben einen separaten Eingang, wo du rund um die Uhr Geld abheben kannst. Darüber hinaus gibt es so gut wie in jedem Einkaufszentrum mehrere ATMs. Selten musste ich weiter als ein paar hundert Meter laufen.

Weniger gut sieht es auf dem Land in den Dörfern aus. In ganz kleinen Orten ist es zwar möglich, dass du keinen Geldautomaten findest. Doch selbst selbst in abgelegenen Orten wie der Insel Wailingding fand ich einen ATM.

Das Beste: Kreditkarte für China für kostenlosen Bezug von Bargeld.

ATM: Plastikgeld ist die beste Art, um in China an Geld zu kommen. Foto: William Grootonk / Flickr

Fast alle Bankomaten haben eine Bezugslimite von 2500 Yuan. Das sind etwas mehr als 300 Euro – ein Betrag mit dem du dich als Backpacker etwa eine Woche über Wasser halten kannst. Wenn du mehr Geld brauchst, kannst du aber auch mehrmals hintereinander abheben. Dabei solltest du aber nicht übertreiben: Unter Umständen löst mehrmaliges Abheben bei deiner Heimatbank einen Alarm aus und die Karte wird eingezogen. Ich hatte allerdings mit bis zu vier Mal abheben noch nie Probleme. Wenn du ahnst, dass du höhere Geldsummen aufs Mal abheben musst (zum Beispiel für die Wohnungsmiete) bringst du besser zwei Karten mit.

Welche Karten werden akzeptiert? Ich verwende für den Bargeldbezug in der Regel meine Schweizer Postcard mit dem PLUS-Zeichen. Das funktioniert sehr gut und zuverlässig, zudem sind die Gebühren mit 3 CHF pro Bezug relativ human. Als ich in China lebte habe ich um Gebühren zu sparen meine chinesische Union-Pay-Karte verwendet, doch für die brauchst du ein chinesisches Bankkonto (dazu später mehr). Sehr zuverlässig funktionieren auch die Visa- und die Mastercard. EC-Maestro verwende ich selber nicht, habe aber im Netz den Eindruck gewonnen, dass der Einsatz eine Glückssache ist.

Die beste Kreditkarte für China

Die beste Kreditkarte schlechthin gibt es nicht. Welche Karte für dich am besten ist, hängt hauptsächlich davon ab, wie du reist. Dabei ist die wichtigste Frage, ob du primär günstig reist und deswegen viel in bar bezahlst. Oder ob du dir einen gewissen Standard gönnst und hauptsächlich direkt per Kreditkarte zahlst. Das geht nämlich meist nur in teuren Restaurants und Sternehotels und bei internationalen Reisebüros.

Da du vermutlich viel in bar bezahlen wirst, ist eine Karte sinnvoll, mit der du kostenlos abheben kannst. Die meisten Reisenden schwören auf die kostenlose Kreditkarte der DKB. Der Deal ist tatsächlich sehr gut: Du hast keine Spesen für die Führung des Girokontos, für die Kreditkarte fällt keine Jahresgebühr an, das Abheben von Bargeld ist vollkommen kostenlos, da allfällige Gebühren werden zurückerstattet werden. Der Haken? Fürs direkte Bezahlen mit der Karte werden dir 1,75% abgebucht, weswegen die DKB-Karte vor allem als Zweitkarte sinnvoll ist. Für Schweizer ist die Anmeldung mit ziemlichen Hürden verbunden, aber für Deutsche und Österreicher ist die Karte leicht erhältlich. Hier gelangst du zur Anmeldung*. Recht ähnlich ist das ebenfalls kostenlose Angebot der konkurrierenden Comdirect.

Beide Karten eignen sich jedoch wegen der hohen Gebühren nicht, um mir ihnen direkt zu zahlen. Ich selber habe die Visa-Karte von der Schweizer UBS, bei der ich kostenfrei Waren kaufen kann. Dafür ist allerdings eine Jahresgebühr fällig. Seit Jahren spiele ich deswegen mit dem Gedanken, zur Kreditkarte von Miles und More zu wechseln, damit meine Flugmeilen nicht mehr verfallen.

Wechselstube in Hongkong: Das Tauschen von Bargeld ist zeitaufwändig. Foto: Dion Gillard / Flickr

Wechselstube in Hongkong: Das Tauschen von Bargeld ist zeitaufwändig. Foto: Dion Gillard / Flickr

Geldwechseln in China

An den internationalen Flughäfen gibt es jeweils kleine Wechselstuben, ansonsten bist du fast immer auf die chinesischen Banken angewiesen. Ich halte von dieser Variante eher wenig und sie deswegen nur selten genutzt. Das Problem: Der Kurs ist schlechter als mit der Karte und die Formalitäten in der Bank sind kompliziert und langwierig.

Beachte auch, dass du das Geld nicht so ohne weiteres zurück in die Ausgangswährung wechseln kannst, da es für Ausländer Beschränkungen gibt. Bei meiner letzten Recherche lag die Limite bei rund 250 Euro pro Tag und Person. Wenn du mehr tauschen willst, musst du ein Dokument vorweisen, dass beweist, dass du das Geld ordnungsgemäss versteuert ist.

Reiseschecks

Traveller-Schecks haben ihre besten Tage hinter sich und nur noch wenige Personen verwenden diese heute noch. Auch meine Erfahrungen reichen da schon ein paar Jahre zurück. Schon damals hatten die Angestellten in den Banken nur noch selten mit Traveller-Cheques zu tun.

Obwohl die Bank of China (und wohl auch andere Banken) Reiseschecks grundsätzlich annehmen, ist es wahrscheinlich, dass dem Schalterangestellten die Regeln nicht genau bekannt sind und er oder sie zuerst lange telefonische Abklärungen tätigen muss. Meine Erfahrung: Reiseschecks bringen nur Ärger. Lass die Dinger also lieber zu hause.

Geld im Voraus wechseln

Dafür, dass die chinesische Regierung den Yuan gerne als Leitwährung der Zukunft präsentiert, ist chinesisches Geld im Ausland überraschend schwer erhältlich (und genauso schwer wieder eintauschbar). Normalerweise müsste deine Bank in der Lage sein, Yuan zu bestellen. Darum solltest du dich aber mindestens eine Woche vor Abreise kümmern und dich auf einen schlechten Kurs gefasst machen. Von allen Möglichkeiten halte ich diese für die Schlechteste.

Konto bei chinesischer Bank eröffnen

Für alle, die länger in China bleiben, ist ein Bankkonto bei einer chinesischen Bank eine gute und unkomplizierte Option: Für die Eröffnung brauchst du lediglich einen Reisepass und es spielt keine Rolle, ob du im Land arbeitest oder mit einem Touristenvisum reist. Für Privatkontos fallen keine Gebühren an und das Guthaben wird zu einem deutlich besseren Satz verzinst als in Europa.

Bank of China: Bis vor einigen Jahren die einzige Bank, die ausländische Kunden annehmen durfte. Foto: Lars Plougmann /Flickr

Bank of China: Bis vor einigen Jahren die einzige Bank, die ausländische Kunden annehmen durfte. Foto: Lars Plougmann /Flickr

Besonders nützlich finde ich die Union Pay-Karte. Sie erlaubt dir, bei jedem Bankomaten in China Geld abzuheben und in Geschäften direkt mit der Karte zu zahlen. Für die Union Pay-Karte ist eine einmalige Gebühr von 20 Yuan fällig. Der Einsatz als Zahlungsmittel ist kostenlos, ebenso das Beziehen von Bargeld am Automaten, sofern es sich um die gleiche Provinz handelt, in der dein Konto registriert ist, und du das Geld bei einem Automaten deiner Bank beziehst. Bei anderen Banken und in anderen Provinzen fallen Gebühren in der Höhe von einem halben Prozent an.

Welche chinesische Bank ist am besten? Im Verlauf der Jahre war ich bei verschiedenen chinesischen Banken. Mein erstes Konto hatte ich bei der Bank of China. Damit war ich sehr unzufrieden, da die Filialen immer sehr voll sind und oft nur wenige Schalter offen sind. Einmal musste ich ganze drei Stunden (!) in der Schlange stehen. Doch auch an normalen Tagen wurde ich nie in weniger als einer Stunde bedient. Sehr viel bessere Erfahrungen konnte ich mit der Construction Bank machen. Auch hier ist die Schlange meistens lang, aber hin und wieder wurden Ausländer an den VIP-Schalter gelassen. Zudem gab es bei dieser Bank in allen besuchten Filialen jemanden, der gut Englisch spricht.

Tipps und Tricks im Umgang mit Geld in China

  • Sicherheit: China ist grundsätzlich ein sicheres Pflaster. Überfälle sind extrem selten und auch Taschendiebstähle sind kein grosses Problem. In meinen sechs Jahren in China kam weder mir noch meinen Besuchern und Freunden je etwas abhanden. Es ist also kein Problem, grössere Summen Bargeld bei sich zu tragen. Trotzdem halte ich einen Geldgurt für eine sinnvolle Anschaffung. Siehe auch meine Packliste für China.
  • Leseschwierigkeiten: In China verwenden einige Automaten noch immer den auf Störungen anfälligen Magnetstreifen und nicht den Chip. Wenn du nicht mit abgesägten Hosen dastehen willst, solltest du besser zwei Karten mitbringen, mit denen du Geld am Automaten abheben kannst.
  • Notfallnummer: Für den Fall, dass dir die Kreditkarten abhandenkommen, solltest du die Notfallnummern deiner Bank zur Hand haben. Auf diese Weise kannst du deine Karte sofort sperren lassen. Ich habe die Nummer in meinem Skype gespeichert und ausserdem in meiner Inbox ein Mail mit der Nummer hinterlegt.
  • Adresse für Ersatzkarte: Bei einem Verlust der Kreditkarte erhältst du in der Regel innerhalb weniger Tage einen Ersatz. Dafür musst du eine Anschrift angeben. Ich habe mir in der Vergangenheit wichtige Dokumente an die Botschaft schicken lassen. Du solltest die Leute aber auf alle Fälle informieren, damit sie wissen, dass du etwas abholen willst.
  • Trinkgeld: Trinkgelder sind in China nicht verbreitet und werden auch von Touristen nicht erwartet. Damit dies so bleibt, solltest du Trinkgelder nur dann geben, wenn du mit einer Dienstleistung überdurchschnittlich zufrieden warst.
  • Hongbao: Geldgeschenke sind jedoch üblich, um Beziehungen zu pflegen. Für Touristen spielt das jedoch kaum eine Rolle. Einzig wenn du zu einer Hochzeit eingeladen wirst, solltest du beachten, dass die Etikette ein „Hongbao“ (roter Umschlag) verlangt. Steck also etwa 20 bis 50 Euro in ein rotes Couvert und gib es bei der Ankunft unauffällig ab.
  • Falschgeld: Blüten sind in China weit verbreitet und stammen teilweise sogar aus den Bankomaten. Da der grösste Schein einem Gegenwert von rund 10 Euro entspricht, ist der Schaden durch Falschgeld in der Regel gering. Achte auf den Sicherheitsfaden und das Wasserzeichen. Echte Yuan-Noten färben ab: Nimm ein Papiertaschentuch und reibe es ein paar Mal kräftig über den Schein. Bei echtem Geld sollte das Taschentuch leicht verfärbt sein.

// Hinweise zu den Bildrechten: ATM, Wechselstube, Bank of China, //

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5 Kommentare

  1. interessanterweise habe ich jedes mal Probleme mit dem Geldabheben wenn ich in Shanghai bin. In Beijing gibt es mit meiner (Comdirect)-Visakarte nirgends Probleme… In SH wollte nicht mal die Bank of China die…keine Ahnung warum.

    1. Hallo Stefanie,

      das ist wirklich interessant. Weisst du, ob andere Comdirekt-Kunden ähnliche Probleme haben? Ich hatte mit meinen Karten bisher noch nie regionale Probleme.

      In deinem Fall würde ich dir empfehlen, ein Konto bei einer chinesischen Bank einzurichten. So eine Union Pay Karte ist wirklich sehr praktisch.

      Gruss,
      Oli

    2. Ich bin sehr oft in China, und mit einer Masterkarte hate Ich noch nie Probleme.
      Am besten ist immer genügend Bargeld einzutauschen. Denn viele Hotels außerhalb von
      den Touristen Orten nehmen nur Bargeld.

  2. Danke für diesen Artikel. Habe mir überlegt eine KK in China zuzulegen. Jedoch wird dauernd gesagt es gehe nicht. Du gibst mir Mut.

    1. Verstehe ich das richtig, dass du von einer Kreditkarte bei einer chinesischen Bank sprichst? Das habe ich selber nicht probiert, aber ich weiss von meinem deutschen Arbeitskollegen, dass sein Antrag auf eine Visa-Kreditkarte bei der Bank of China abgelehnt wurde. Ausserdem kenne ich keinen einzigen Ausländer, der in China eine Kreditkarte hat. Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass das nicht geht.

      Was du aber problemlos machen kannst, ist so etwas wie ein Giro-Konto, wo du dann auch über UnionPay überall zahlen kannst. Das ist aber streng genommen keine Kreditkarte, sondern eine Debitkarte. Das heisst, du kannst nur das Geld abheben, das du auf deinem Konto hast. Du kannst es aber nicht überziehen. Wenn du länger in China bleibst, lohnt sich das meiner Meinung. Für das Buchen von Flügen und Co würde ich eine deutsche Kreditkarte wählen.

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