Praktisch für unterwegs: Reiseführer als E-Book. Foto: OZ

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Bist du für deinen bevorstehen Trip auf der Suche nach einem passenden Reiseführer zu China? Dann solltest du hier weiter lesen. In diesem Artikel stelle ich dir die wichtigsten Informationsquellen zu China vor.

Eines gleich vorweg: Den richtigen Reiseführer gibt es nicht. Was es aber gibt ist ein Reiseführer, der optimal zu deinen Bedürfnissen passt, der deinem Reisestil gewissermassen auf den Leib geschneidert ist. Je nach dem, ob du auf eigene Faust reist, mit einer Gruppe unterwegs bist oder im Land studierst oder arbeitest, brauchst du andere Informationen.

In diesem Beitrag stelle ich dir eine eine Reihe von deutschsprachigen Reisebüchern vor, die dich bei der Routenplanung inspirieren sollen oder dir das nötige kulturelle Hintergrundwissen vermitteln, um das meiste aus deiner Chinareise rauszuholen.

Wieso überhaupt einen Reiseführer?

Reisebücher enthalten viele Informationen, die Du vorab lesen kannst, um in Reisestimmung zu kommen. Wichtiger aber sind die wertvollen Informationen zum Reisen vor Ort. Sie nennen dir Attraktionen, Unterkünfte, Restaurants und wie du an den nächsten Ort kommst. Lese hier, wieso Reisen ohne Reiseführer nicht cool ist.

Im Fall von China kommen noch zusätzliche Gründe dazu, wieso ich dir empfehle, im Vorfeld einen Reiseführer zu besorgen;

  • Innerhalb Chinas ist die Recherche übers Internet nur beschränkt möglich. Beim Verfassen dieses Artikels war beispielsweise die Google-Suche nicht nutzbar.
  • Manche Reiseführer wie der Lonely Planet China sind im Reich der Mitte nur schwer zu finden (z.B. auf Anfrage im Bookworm in Peking). Angeblich ist das Buch in China verboten, weil die Karte Taiwan als eigenständiges Land darstellt. Es kursieren Gerüchte, wonach Grenzbeamte die Karte rausreissen. Aus eigener Erfahrung kann ich von keinen Problemen berichten.
  • Die Fremdsprachen-Kenntnisse haben sich in China in den letzten Jahren zwar massiv verbessert. Abseits der Trampelpfade ist die Kommunikation aber noch immer eingeschränkt. Du bist also auf zuverlässige Reiseinfos angewiesen.
  • Chinas Sehenswürdigkeiten sind im Westen weitgehend unbekannt. Ein guter Reiseführer dient zu einem wesentlichen Teil der Inspiration.

Papier versus E-Book

Auf meiner letzten Reise bin ich zum ersten Mal vollständig auf einen Reiseführer im Ebook-Format umgestiegen. Hintergrund ist, dass ich mittlerweile dieses Smartphone besitze, dessen Bildschirm ein angenehmes Lesen ermöglicht.

Digitale Reiseführer bringen einige Vorteile: Sie sind preislich spürbar günstiger als traditionelle Führer und sehr viel leichter. Zudem lassen sich die Informationen im Reiseführer auf praktische Weise mit der GPS-Navigation im Handy verbinden.

Sie haben jedoch auch Nachteile: Generell mangelt es bei der Übersichtlichkeit, die Bedienung ist relativ langsam und du bist auf ein elektronisches Gerät angewiesen, dessen Batterie genau dann leer sein kann, wenn du eine Info am dringendsten brauchst.

Achte beim Kauf deines Reiseführers auf alle Fälle darauf, dass du ein flexibles Format wählst, das sich der Grösse deines Displays anpasst. Sonst musst du ständig scrollen. Auf dem Handy ist .epub ein gutes Format, das sich beispielsweise mit dem Moon+ Reader öffnen lassen. PDF-Files solltest du auf dem Handy möglichst meiden.

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Für Individualisten: Lonely Planet China

Lonely Planet gehört zu den führenden Anbietern von Reiseführern weltweit. Der Verlag richtet sich in erster Linie an Backpacker und Flashpacker, weshalb der Fokus auf der übersichtlichen Aufbereitung von nützlichen Informationen während der Reise liegt.  Ich verwende Lonely Planet selber und bin immer wieder überrascht, wieviele „Geheimtipps“ im Buch sind. Nachteil: Der Band verfügt nur über wenige Bilder.

Für: Günstigreisende Backpacker
Seiten: 1216
Erscheinungsjahr: September 2017
Als eBook verfügbar: ja
Bei Amazon kaufen

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10 Kommentare

  1. Hallo Oliver,

    vielen Dank für die schöne Übersicht. Da ich im November Südchina bereisen will, bin ich auf den entsprechenden Reiseführer von Dumont gestoßen. Ich glaube, der würde hier mit reinpassen – https://www.amazon.de/DuMont-Reise-Handbuch-Reisef%C3%BChrer-China-Hongkong/dp/3770177355

    Ansonsten, vielen Dank für die zahlreichen Tipps, die mir schon jetzt in der Vorebereitung sehr helfen.

    Kuli

    1. Hallo Kuli,
      vielen Dank für deinen Hinweis. Die Dumon-Reihe habe ich ja unter Punkt 2 vorgestellt und empfohlen. Der von dir erwähnte Band ist allerdings vom Februar 2012. Wenn wir berücksichtigen, dass das Layout und die Korrektur etwa ein halbes Jahr dauern, dann sind die Infos irgendwo auf dem Stand von Sommer 2011. In einem Land, das sich so schnell wandelt wie China, würde ich mich nicht auf den Stand vor 5 Jahren verlassen wollen. Aber eine Neuauflage würde ich sofort in die Liste nehmen.
      Gruss,
      Oli

  2. Hallo Oli,

    da gebe ich Dir vollkommen Recht. Hoffentlich erscheint bald eine Neuauflage 😉

    Gruß Kuli

  3. Danke für den Artikel, einige der Reiseführer kannte ich nämlich noch nicht. Kurz zum Lonely Planet eine Anmerkung. Ich war zweimal Backpacken in China, beide Mal mit dem englischen Lonely Planet. Ja, als Basisversorgung unbedingt im Gepäck zu haben. Einzelne Orte die nicht zu den Top-Zielen zählen sind teils aber recht kurz abgehandelt. Oder es gibt vor Ort wesentlich mehr Wanderrouten als im LP angegeben. Bei mir waren das Emei Shan, Sanqingshan oder Yubeng. Eigenrecherche ist auf jeden Fall zusätzlich angebracht, dann passt das auch. Und ich konnte mit meinem Exemplar auch locker einreisen.

    1. Mit deinem Einwand hast du natürlich recht. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass es Lonely Planet schaffen muss, eine Landmasse auf rund 1000 Seiten abzuhandeln, die grösser ist als ganz Europa. Dass da die weniger oft besuchten Ziele nur am Rand behandelt werden können, ist daher verständlich. Wenn man nur eine bestimmte Region besucht, ist es unter Umständen sinnvoller ein Buch zu kaufen, dass sich nur auf eine Gegend beschränkt. Aber da ist die Auswahl leider noch immer sehr klein.

      1. Den Satz habe ich tatsächlich auch noch gedacht, aber nicht mehr geschrieben. Exakt – China ist viel zu groß für ein Buch und der gedruckte LP China hat schon Backsteingewicht. Viele Chinesen, die ich auf der Reise getroffen hatte, waren mit Reiseführern direkt für die Region unterwegs, allerdings auf Mandarin. Englischsprachig oder deutsch gibt es wenig, ich hatte mir zu einzelnen Orten die Infos über Blogs und Reddit besorgt. Clevererweise schrieb ich das im Vorfeld alles raus, da dann die Great Firewall of China etwa das eine Blog über Wandern in Deqin blockierte, da es auf wordpress.com gehostet wurde. Da wird man richtig angespornt zu Eigeninitiative, bei so einer Reise nach China.

        Danke jedenfalls für deine Website, so viel Detailarbeit ist großartig!

        1. Mehr Regionale Reiseführer wären in der Tat wünschenswert. Bis vor etwa zehn Jahren gab es noch einen Lonely Planet für Südwestchina, der die Region etwas ausführlicher beschrieb. Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie viele Orte es gibt, von denen ich noch nie gehört habe. Zum Beispiel der Sanqingshan, von dem du ja hier berichtet hast, war total neu für mich.

          Übrigens: Falls du mal einen Gastartikel zu einem dieser Orte für Sinograph schreiben willst: Über solche unbekannten Ecken würde ich mich sehr freuen. Deqin war ich auch selber noch nicht… 🙂

          1. Besten Dank! Ich melde mich!

  4. Hallo Oliver,
    was würdest Du zu dem Reiseführer von Trescher für China halten. Er erscheint in Deiner Auflistung gar nicht.
    LG Sabine

    1. Hi Sabine,

      der Chinaführer von Trescher ist derzeit recht aktuell, was ich in einem sich schnell wandelnden Land wie China extrem wichtig finde. Persönlich ist er mir aber zu wenig ausführlich. Er hat gerade einmal 600 Seiten von denen viele grossflächig bebildert sind. Das heisst, du hast für praktisch den gleichen Preis vielleicht einen Drittel der Infos, die du im Lonely Planet findest. Aber letztlich ist das eine Frage des Geschmacks. Wenn du dich mit dieser Reihe wohlfühlst, dann ist das auf alle Fälle keine schlechte Wahl.
      Gruss,
      Oli

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