Günstig und köstlich: Ein Nachtmarkt im westchinesischen Xinjiang. Fotos: O. Zwahlen

Günstig und köstlich: Ein Nachtmarkt im westchinesischen Xinjiang. Fotos: O. Zwahlen

China bietet eine der reichhaltigsten Küchen der Welt. Viele Besucher haben jedoch Vorbehalte gegenüber dem einen oder anderen Gericht. Hier stelle ich dir fünf Speisen vor, die besser sind als ihr Ruf und die du meiner Meinung nach unbedingt probieren solltest.

Hähnchen süss-sauer und Hundefleisch sind die vielleicht bekanntesten chinesischen Gerichte. Dass gerade sie besonders bekannt sind, ist kein Zufall, sondern vielmehr ein Sinnbild dafür, wie wir in Europa das Essen aus dem Reich der Mitte oft wahrnehmen: Auf der einen Seite kennen wir die Handvoll Gerichte, die es beim „Chinesen um die Ecke“ gibt – allzu oft von nichtchinesischen Köchen zubereitet.  Auf der anderen Seite kennen wir eine Reihe von abscheulichen Speisen, die ein „normaler“ Mensch niemals essen würde.

Während meiner Zeit in China habe ich mehr oder weniger alles probiert, das mir begegnete. Ein paar Delikatessen wie zum Beispiel Haifischflossen und Schildkrötensuppe (gab es beides bei einem Regierungsempfang) schmeckten mir nicht sonderlich. Ebenfalls fand ich oft das Fleisch ekelig, wenn es noch Knochensplitter und Knorpel dran hatte. Zum Probieren von Vogelnest (Vogelspucke) konnte ich mich nie überwinden.

Aber vieles, das ich nur mit Überwindung versucht habe, fand ich am Ende überraschend lecker. In diesem Beitrag will ich dir diese Gerichte vorstellen und dich ermutigen, sie auch zu versuchen. Es sind Gerichte, vor denen Reisende immer wieder warnen und bei denen sich beim genaueren Nachfragen herausstellt, dass sie sie gar nie versucht haben. Ich kann dir nicht garantieren, dass dir meine Tipps hier wirklich schmecken werden. Aber ich ich kann dir versprechen, dass es sich lohnt, sie wenigstens zu versuchen.

1. Stinktofu (Choutofu)

Vollkommen zu Unrecht hat der Stinktofu einen besonders schlechten Ruf unter Reisenden und Expats. Meiner Meinung nach gehört er zu den leckersten Speisen, welche du in den chinesischen Garküchen finden kannst. Zugegeben: Der Duft, der von den Ständen weht, ist nicht gerade einladend. Aber die Speise selber ist unglaublich fein und du solltest sie unbedingt probieren. Stinktofu ist mir bisher in drei Arten begegnet: in weiss, gelb und schwarz. Ich weiss nicht genau, worin der Unterschied besteht, aber der schwarze schmeckt mir bisher am besten.

Stinktofu

Was ist Stinktofu überhaupt? Ich habe lange nach Rezepten gesucht, da ich ihn gerne selber zubereiten würde. Aber konnte bis heute kein brauchbares finden. Klar ist jedenfalls, dass der Tofu einen Fermentierungsprozess durchläuft – also das Gleiche, was unsere Milch in Käse verwandelt. Anschliessend wird er frittiert und mit einer scharfen Sauce serviert. In Taiwan übrigens in der Regel mit Kohl.

Praktische Infos: Stinktofu ist nicht schwer zu finden. Spaziere einfach durch einen Nachtmarkt bis es an einer Ecke fürchterlich stinkt. Dann bist du vermutlich am richtigen Ende. Die Preise variieren, aber mehr als 10 Yuan sollte das Gericht nicht kosten.

2. Tausendjährige Eier (Pidan)

Ebenfalls vollkommen zu Unrecht unterschätzt sind die tausendjährigen Eier. Wenn ich in China in ein Restaurant gehe, dann bestelle ich sie mir regelmässig als Vorspeise. Auch beim Schreiben dieses Artikels habe ich mir zwei Pidan im Supermarkt geholt und beim Tippen verdrückt. Zugegeben: Die vollkommen schwarzen, etwas schlabbrigen Dinger sehen tatsächlich nicht besonders einladend aus, sind aber ausgesprochen lecker.

Eier

Was ist Pidan überhaupt? Für die Zubereitung werden rohe Enteneier mehrere Monate in eine Brühe aus Asche, Sägespänen und gebrannten Kalk gelegt, die mit Anis, Sichuanpfeffer, Piniennadeln, Fenchelkörner,und Salz sowie teilweise Tee und Zitronensaft gewürzt wird. Der ursprüngliche Grund für diese Vorbereitungsart war übrigens, dass sich die Eier auf diese Weise ungekühlt bis zu drei Jahre lagern lassen.

Beachte, dass bei richtigem Pidan das Eiweiss bernsteinfarben und gelatinös ist. Wenn das Eiweiss lediglich hellbraun ist, hast du vermutlich Eier erwischt, die in Tee gekocht wurden. Pidan ist ebenfalls nicht zu verwechseln mit Eiern, in denen sich bereits ein halb ausgebildetes Kücken befindet. Diese Zubereitungsart ist eher in Südostasien verbreitet und in China selten zu finden. Im eigenen Interesse solltest du Pidan auf keinen Fall mit den hier beschriebenen Tongzidan verwechseln. Das sind nämlich in Knabenurin gekochte Eier.

Praktische Infos: Pidan findest du in jedem Supermarkt und es ist ziemlich leicht, die Speise mit etwas Sojasauce, Essig und Ingwer selber zuzubereiten. Für einen ersten Versuch solltest du jedoch in ein gewöhnliches Restaurant um die Ecke gehen. Die Vorspeise kostet in der Regel zwischen 10 und 20 Yuan.

3. Seegurke

Seegurke ist etwas vom letzten, was ich in China probierte habe. Abgehalten hat mich einerseits das ausgesprochen eklige Aussehen, anderseits aber auch der Preis. Das Gericht ist einfach zu teuer, um nur einen Bissen zu versuchen und den Rest dann wegzuwerfen. Erst vor ein paar Wochen, als ich Freunde in Qingdao besuchte, haben die mich regelrecht genötigt, Seegurken zu versuchen. Auch wenn ich mir das Gericht wohl auch künftig nicht selber bestelle, so fand ich die Speise doch sehr viel besser als ich es mir vorgestellt habe. Da Seegurken fast kein Fett haben, sollen sie sehr gesund sein.

Seegurke

Was sind Seegurken? Es handelt sich hierbei um ein knochenloses Meerestier, das hauptsächlich in grossen Tiefen des Meers zu finden ist. Es gibt viele verschiedene Arten in allen möglichen Grössen. Nur ein kleiner Teil davon landet im Teller. Ich hatte eine im Wasser gekochte Seegurke, die ich in eine süsse Sauce dippen musste.  Die Gurke selbst hatte praktisch keinen Geschmack und war etwas gummig. Daher steht und fällt der Genuss mit der Sauce.

Praktische Infos: Seegurken findest du hauptsächlich in etwas besseren chinesischen Restaurants. Sie sind deutlich teurer als andere Gerichte, aber dennoch bezahlbar. Preis zwischen 150 und 300 Yuan.

4. Liangpi-Nudeln (Liangpi)

Ein weiteres Highlight, das ich lange nicht versucht habe, waren die Liangpi-Nudeln. Dass sie bei einigen Travellern und vielen Einheimischen einen schlechten Ruf haben, scheint zunächst etwas erstaunlich, schliesslich sind es ganz gewöhnliche Nudeln, die mit Tofu, Gurken und einer scharfen Sauce verfeinert werden. Der schlechte Ruf stammt vor allem daher, das viele Chinesen vor dem Aluminium warnen, das sich angeblich in den Nudeln befinden soll, um sie schlüpfriger zu machen. Ob da etwas dran ist, kann ich nicht beurteilen. Immerhin hatte China in den letzten Jahren recht viele abstruse Lebensmittelskandale. Im traditionellen Rezept ist jedoch kein Aluminium drin.

Liangpi

Was sind Liangpi-Nudeln eigentlich? Wörtlich übersetzt bedeutet der Name „kalte Haut“, allerdings ist der Name genau genommen im besten Fall halbrichtig: weder werden die Nudeln immer kalt zubereitet (aber in den meisten Fällen), noch gibt es in ihnen irgendwelche tierischen Teile und schon gar keine Haut.

Die Nudeln bestehen und Reis- oder Weizenmehl, der mit Wasser in einen weichen Teig verkneten wird. Anschliessend wird dieser im Wasser ausgewaschen, bis das Wasser mit Stärke gesättigt ist. Weiter verwendet wird nun jedoch nicht der Teig, sondern gewissermassen das Abspühlwasser, das in einem eigenen Becken gesammelt wird und über Nacht an einem kühlen Ort gelagert wird, bis sich die Stärke am Boden gesetzt hat. Der Boden wird in Streifen geschnitten und bildet daraufhin die Nudeln.

Praktische Infos: Liangpi-Nudeln gehören zu den billigsten Möglichkeiten, um dich auf der Strasse mit Essen zu versorgen. Die Nudeln findest du fast auf jedem abgelegenen Busbahnhof in der Provinz und nachts in den kleinen Ständen an der Strasse.

5. Spiesschen mit Schafsfleisch

Grillspiesse mit Schafsfleisch gibt es in China an jeder Ecke. Noch. Denn geht es nach der Regierung sollen die kleinen Grillbuden am Strassenrand verschwinden. Der Grund: Durch das Verbrennen von Kohle seien sie massgeblich für den Smog in den chinesischen Städten mitverantwortlich.  Ich kann mir das allerdings nicht so recht vorstellen. Den schlechten Ruf haben die Spiesschen jedoch aus zwei anderen Gründen: Laut chinesischen Medienberichten wird häufig billigeres Entenfleisch verkauft. Damit es wie Schafsfleisch schmeckt, werde es in eine Chemikalie eingelegt. Touristen sorgen sich jedoch häufiger darum, dass ihnen Teile vom Schaf serviert werden, die sie nicht unbedingt essen wollen. Häufig werden nämlich Schafshoden und -penisse angeboten, da diese angeblich potenzfördernd wirken.

Schaf

Was sind Spiesschen eigentlich? Bei den gewöhnlichen Spiesschen (Yangrouchuan oder 羊肉串) werden abwechselnd Fleischstücke und Fettstücke an einem Spiess gegrillt. Anschliessend wird das Fleisch mit Salz und einer sehr scharfen Gewürzmischung bestreut. Es gibt allerdings jede Menge Variationen, bei denen beispielsweise das Fett mit Knorpeln ersetzt wird – in China mögen es viele Kunden, wenn sie Knorpel zerkauen können. Daneben gibt es noch die erwähnten Körperteile. Im Bild oben sind links die gewöhnlichen Spiesse und in der Mitte die Schafshoden.

Praktische Infos: Die Spiesschen findest du in einfachen Restaurants in ganz China. Sie sind leicht am chinesischen Zeichen für Spiesschen „串“ zu erkennen, das tatsächlich wie eines aussieht. Nach Einbruch der Dunkelheit bis etwa Mitternacht verkaufen Strassenhändler auf mobilen Grills ebenfalls Spiesschen. Die mobilen Verkäufer findest du in der Regel am Eingang zu einer Wohnsiedlung. Ein kleines Spiesschen kostet meistens 1 bis 1,5 Yuan. Es gibt allerdings auch solche mit mehr Fleisch, die entsprechend teurer sind.

Fazit

Ausser der Seegurke esse ich alle die hier vorgestellten Gerichte regelmässig, wenn ich in China unterwegs sind. Sie sind alle günstig und sehr lecker, trotzdem gibt es jede Menge Touristen, welche diese Speisen nie anrühren. Das finde ich schade.

Nun interessiert mich, was die Leser denken. Hast du jemals eine dieser Speisen probiert und warst ebenfalls positiv überrascht? Oder haben sie dir die Experimentierfreundigkeit beim chinesischen Essen ruiniert? Was sollte man auf keinen Fall essen? Was darf man nicht verpassen? Ich freue mich über deinen Kommentar!

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22 Kommentare

  1. „Es sind Gerichte, vor denen Reisende immer wieder warnen und bei denen sich beim genaueren Nachfragen herausstellt, dass sie sie gar nie versucht haben.“

    Haha, fast den gleichen Satz habe ich vor ein paar Tagen auch formuliert 😉

    Stinktofu habe ich mehrmals probiert. Ich glaube den weißen(das ist doch der mit der trockensten Konsistenz?) war noch okay, aber meins ist es wirklich nicht. Freiwillig würde ich ihn nicht bestellen, da gibt es leckerere Alternativen 😉

    Pidan finde ich in kleinen Dosen okay, z.B. kleingeschnitten im Congee.

    Liangpi habe ich noch nicht wissentlich gegessen, aber schon oft gesehen und mich immer gefragt, was das mit Haut zu tun hat. Danke für die Aufklärung.

    Streetfood hat ja auch unter vielen Chinesen einen eher schlechten Ruf, aber ich denke, wenn man an Stände geht, an denen viele Chinesen kaufen, kann es nicht so schlimm sein. Macht man ja auch nicht alle Tage, aber manchmal muss so ein Grill einfach sein.

    Seegurke finde ich lecker. In Supermärkten gibt es die manchmal sehr billig zum Selberkochen, dafür sind die aber viel kleiner als die auf deinem Bild. Da muss man dann den Schleim und Sand noch selber auskratzen, das ist eigentlich das ekligste daran 😉

    Ansonsten kann ich noch Entenblutsuppe empfehlen, das finden auch viele eklig. Das Blut sieht aus wie Schokopudding und meistens sind noch Därme mit in der Suppe. Ist aber sehr lecker. Genauso wie Schweineohren oder diese in Scheiben geschnittene Zunge (ich weiß nicht, ob von Rind oder Schwein oder wie man die genau zubereitet, sie wird kalt serviert).

    Warum sich viele vor Hühnerkrallen und Entenfüßen zieren, verstehe ich auch nicht. Den Rest 5 cm weiter oben isst man ja auch ohne zu Murren …

    1. Pidan gibts ja auch auf Schlabbertofu. Das finde ich auch sehr lecker… 🙂

      Ich denke, dass Streetfood zu Unrecht einen schlechten Ruf hat. Ich glaube, bei den Chinesen geht es da sowieso eher um die soziale Abgrenzung und weniger um das Essen an sich. Denn Lebensmittelskandale gabs in allen Preisklassen und ich vertraue ehrlich gesagt einem einfachen Mann, der selber hinter dem Grill steht, eher als einem, der ein Restaurant nur zu Investitionszwecken hat.

      Die Zunge finde ich auch ganz lecker. Aber das ist etwas, das wir auch in der Schweiz essen. Deswegen kam es nicht in die Liste. Schweineohren sind hingegen nicht so mein Ding und Entenblutsuppe ist mir tatsächlich noch nie begegnet. Aber ich merks mir mal… 🙂

      1. Die Entenblutsuppe ist eine Spezialität in Nanjing. Ich weiß nicht, wie weit die in China verbreitet ist. In Shanghai findet man sie auch nur selten …

  2. Interessante Liste Liangpi kenne ich nicht. Seegurke verweigert mir mein Magen. Aber der guckt einfach zu genau hin. 😉 Die sehen aus wie abgeschnittene Penisse.
    Schwarze Eier mag ich super gerne! Aber dazu benötige ich meistens einen 2. Anlauf.
    Ich könnte noch Qualle hinzufügen. Ist ok, Kann man essen.
    Ja, und über die Aversion gegenüber Hühnerfüßen kann ich auch nur den Kopf schütteln, auch wenn die sicherlich nicht zu meinen Lieblingsgerichten gehören. Auch Ratte oder Hund schmecken. Aber meistens ist die Auswahl so groß, dass man sich das aussucht, was man mag

    1. Qualle hatte ich auch schon. Ich finde das so ein bisschen ähnlich wie Seegurke: Gummig und ohne Geschmack… 🙂

      Ich mag Hühnerfüsse nicht. Das hängt bei mir aber damit zusammen, dass ich nicht gerne Sachen abnage. Ich bin auch kein grosser Fan von Chicken Wings.

      Ratte hatte ich noch nie. Hund habe ich einmal versucht, mit Bratkartoffeln und an einer Sauce, die mir nicht sonderlich schmeckte. Vielleicht hätte es mir bei einem anderen Koch besser gemundet. 🙂

      1. Dann hast du ein gutes Argument, warum du Hühnerfüße nicht magst. Die meisten finden es ja nur generell eklig 😉

        1. Ich habs immerhin versucht… 🙂

      2. Na, bei Chickenwings ist ja wenigstens noch Fleisch dran. Bei Hühnerfüssen lohnt immo der Aufwand kaum. Ratten sind doch aber auch in Europa durchaus in der Küche zu finden. So ist der Nutria auch nichts anderes als ne große Wasserratte.

  3. […] ich bereits in meinem Artikel über die zu Unrecht verschmähten chinesischen Speisen geschrieben habe, bin ich ein grosser Fan von Stinktofu, der in Taiwan anders zubereitet wird als […]

  4. Stinketofu riecht übler als es schmeckt, aber ich mag’s trotzdem nicht besonders. Hühnerfüße finde ich nicht schlimm, aber ich seh den Sinn darin nicht, da ist kaum was Essbares dran. Bluttofu (keine Ahnung, ob das wirklich so heißt) hab ich auch probiert, weiß aber nicht von welchem Tier das Blut war. Der Geschmack ist solala, aber die Konsistenz mag ich gar nicht. Das einzige was ich echt nicht essen/riechen kann, ist Durian (榴莲). Nicht mal als Eissorte.

  5. Ich finde auch, dass viele Gerichte zu Unrecht verurteilt werden, nur weil manches mal nicht der eigenen Essgewohnheit entspricht.
    Ich persönlich mag aber Stinketofu nicht so sehr. Nicht weil er nicht schmeckt, sondern weil mir das einfach zu stark riecht. Ich habe aber auch mal gehört, dass der Stinketofu in Taiwan besonders gut schmecken soll. Wenn ich mal nach Taiwan reisen sollte, würde ich den dort bestimmt einmal probieren.
    Hier in Ningbo bin ich nur an die weißen Stinketofu ran gekommen.

    Pidan finde ich sehr lecker. Versteh auch nicht, was viele dagegen haben. Wenn man sich die Eier genau anschaut, sehen die doch sogar schön aus mit der Schneeblütenmustern drauf 😀

    Seegurken habe ich auch erst vor kurzem probiert. Das wurmähnliche Aussehen schreckt einen anfänglich wirklich ab…
    Ich finde die aber auch nicht lecker (oder ich habe sie nicht lecker zubereitet). Aber das ganze putzen und entsanden ist auch viel zu kompliziert. Habe die einmal mehrere Tage eingeweicht und gewaschen. Aber beim Essen war trotzdem noch der sandige Geschmack bei. Das ist nicht so meins.

    Liangpi-Nudeln finde ich auch sehr lecker, wenn man einen guten traditionellen Laden/Stand findet.

    Was ich noch gern mag sind z.B Schweinezungen, in feine Scheiben geschnitten. Klingt glaub ich vom lesen her auch nicht so berauschend…

    1. Zunge essen wir in Europa ja auch. Meine Eltern haben immer mal wieder Zungen serviert, ich glaube vom Kalb. Daher finde ich das nicht so aussergewöhnlich.

      1. Achso. Habe im Supermarkt nur nie sowas zu kaufen gesehen. Wusste nicht, dass das üblich ist.

  6. Ich dachte, Seegurke ist eine bedrohte Tierart …
    Werden die inzwischen gezüchtet, dass man die im Supermarkt billig kriegt ?!?

    1. Hi Matze,

      vielen Dank für den Hinweis. Das war mir gar nicht bewusst. Ich hab da mal kurz etwas nachgelesen und es scheint tatsächlich so zu sein, als würde Chinas Hunger den Seegurkenbestand reduzieren. So stehen laut einem relativ aktuellen Spiegelartikel „sieben der etwa 70 kommerziell genutzten Arten inzwischen auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN)“. Wobei nicht so ganz ersichtlich ist, was es bedeutet, auf der roten Liste zu stehen.

      Das gibt dem Genuss natürlich einen ziemlich bitteren Beigeschmack. Ich denke aber, dass die Arten, die relativ günstig zu haben sind, eher (noch) nicht gefährdet sein können und wohl eher aus Zuchtbeständen kommen. Und Geegurke einmal zu probieren, das hat ja auch nicht die gleichen Auswirkungen wie sie regelmässig zu verspeisen.

      Gruss,
      Oli

  7. […] Essen besonders. Da versteht es sich von selber, dass Sinograph’s Ausführungen über Reisen und Speisen völlig auf meiner Wellenlänge liegen. Sollte es uns jemals entgegen allen Wahrscheinlichkeiten […]

  8. […] Sinograph mit 5 unterschätzten Gerichten aus China […]

  9. Hey Oli,

    cool, dass Du das Zeug wirklich versuchst.
    (Abgesehen von der Hai-Fisch-Flosse…das geht wirklich gar nicht…Stichwort: Finning)
    Besonders vor dem tausendjährigen Ei hab ich ordentlich Respekt. Hut ab!!!

    Hast Du auch mal Hund probiert?
    Ich war mal auf einem Kindergeburtstag bei einer chinesischen Klassenkameradin eingeladen- und ihre Mama hat uns Hühnerkrallen hingestellt.
    Wir waren so wild auf das Zeug, dass sie mit der „Produktion“ gar nicht mehr nachkam 😀
    Kinder machen sich eben keine Gedanken.
    Heute als Erwachsene würde sicher mind. die Hälfte von uns abspringen und die Krallen gar nicht mehr probieren.

    Die Eier mit dem Küken drin sind übrigens eine Delikatesse auf den Philippinen.
    Aber als Vegetarier hatte ich (zum Glück) eine gute Entschuldigung 😉

    1. Hi Lena,

      ich habe natürlich weitaus mehr probiert, als was ich hier geschildert habe. Das hier sind ja nur die Gerichte, die ich den Lesern empfehle, weil ich sie wirklich lecker finde.

      Hühnerfüsse schmecken mir persönlich überhaupt nicht und da ist ausser etwas scharfer Sauce nicht viel dran. Eignet sich meiner Meinung nach vor allem für ein paar Ekel-Selfies… 🙂

      Haifischflossen bekam ich einmal bei einem Banket vorgesetzt, zu dem ich bei meinem Job in China eingeladen war. Geschmacklich okay, aber ethisch etwas fragwürdig. Daher keine Empfehlung von mir.

      Hundefleisch habe ich vor einigen Jahren auch einmal versucht, ist in China aber inzwischen immer schwerer zu finden. Persönlich finde ich es schade, dass sich die Welt immer mehr den westlichen Standards und Wertevorstellungen anpasst. Geschmeckt hat mir das Hundefleischgericht trotzdem nicht, was aber hauptsächlich an der Zubereitung lag.

      Das Ei mit dem Küken drin, das habe ich aber noch nicht versucht. Ist mir in China allerdings auch nie begegnet.

      Gruss,
      Oli

  10. Also ich finde DuckFeet auch nicht gerade lecker, denn auch ich lutsche nicht gerne Fleisch von irgendwas runter. Demzufolge mag ich das nur grob zerkleinerte Fleisch in vielen Suppen nicht so gerne. Glücklicherweise kann man es ja problemlos auf den Tisch spucken. Die 1000 jährigen Eier finde ich auch super lecker, jedoch seine kleinen Brüder, die man auch bei 7/11 in Tüten kaufen kann ( kleine dunkelbraune Eier) schmecken mir nicht so gut. Schade, dass ich noch keine Ratte oder Hund oder Schlange hatte, aber den Frosch kann ich zum Beispiel nicht wirklich empfehlen. Das liegt aber auch wieder daran, dass man erstens nicht mehr erkennt was man eigentlich isst und zweitens daran, dass man wahrscheinlich alles isst, da man das filetieren oder parieren von Fleisch nicht so praktiziert wie sir das gewohnt sind. Gegrillte Insekten waren wirklich überraschend lecker und das Mitessen des Kopfes von Garnelen war auch nicht so schlimm. Alles in allem finde ich die traditionellen chinesischen Speisen in allen Teilen Chinas sehr lecker.

    1. Ja, beim Frosch bin ich auch so ein bisschen hin und hergerissen. Das Fleisch schmeckt mir zwar sehr gut, aber wie du sagst: Mit den ganzen Knochen finde ich das sehr mühsam zu essen. Die kleinen Eier sind vermutlich Wachteleier, oder? Die werden meines Wissens auch anders hergestellt. Also nicht vergraben und fermentiert, sondern einfach in einem Tee aufgekocht. Finde ich auch nicht ganz so lecker.

  11. […] Oliver von http://www.sinograph.ch:Oliver schreibt auf Sinograph.ch über das Reisen und Leben in China. Hier nennt er fünf chinesische Gerichte, die besser sind als ihr Ruf. Sein Blog: Der […]

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