Einkaufszentrum in Peking. Fotos: O. Zwahlen

Einkaufszentrum in Peking. Fotos: O. Zwahlen

Wenn du nur Zeit für eine einzige Stadt in China hast, dann solltest du Peking wählen. Kaum eine chinesische Metropole hat so viel zu bieten wie die Hauptstadt. In diesem Beitrag nenne ich dir die neun wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die du bei einem Pekingbesuch auf keinen Fall verpassen solltest.

Zugegeben: Die chinesische Hauptstadt geniesst bei uns im Westen nicht den besten Ruf. Wenn du an Peking denkst, kommen dir vermutlich als erstes die Nachrichten vom heftigen Smog in den Sinn. Wenn du etwas älter bist, verbindest du Peking vielleicht auch mit dem Mann, der auf dem Platz des Himmlischen Friedens eine Panzerkolonie stoppte.

Doch das ist nur eine Seite. Tatsächlich kannst du bei einem Besuch eine Unmenge an tollen Orten entdecken. Im Zentrum hast du eine mehr oder weniger intakte Altstadt (oft auch Nachbauten im alten Stil), du kannst die historischen Paläste, Tempel und Pärke aus der Kaiserzeit besuchen und Architektur-Enthusiasten kommen in den modernen Vierteln voll auf ihre Kosten.

Die Stadt macht es Touristen nicht immer leicht, sie zu mögen. Es lohnt sich trotzdem, etwas länger zu bleiben und zu versuchen, ihre Dynamik einzufangen. In diesem Beitrag will ich dir die neun Top-Sehenswürdigkeiten von Peking vorstellen, die du auf keinen Fall verpassen darfst.

Um alles zu sehen, solltest du mindestens drei Tage einplanen. Mit etwas Glück (und viel Energie) gelingt dir die Tour auch mit dem 72- Stunden-Visum für Transitpassagiere. Die wichtigsten Infos zum chinesischen Visum findest du übrigens hier. Die Sehenswürdigkeiten sind in der Reihenfolge sortiert, wie der Besuch Sinn macht.

Sehenswürdigkeit 1: Der Himmelstempel

Eines der schönsten und bekanntesten Wahrzeichen von Peking ist der Himmelstempel im Süden der Stadt. Hier beteten die Kaiser einst jedes Jahr für eine gute Ernte.

Obwohl das Tempelgelände riesig ist, hast du das Wichtigste in einer Stunde abgehakt. Schlendere am besten noch etwas durch den Park rund um den Tempel, falls du Erholung von der Pekinger Hektik brauchst.

Die beste Zeit für einen Besuch ist der frühe Morgen kurz nach Sonnenaufgang. Dann kannst du den Einheimischen beim Taichi oder anderen Sportarten zuschauen.

Der Himmelstempel: Eine der bekanntestens Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Der Himmelstempel: Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die kitschige Qianmen-Strasse ist der Endpunkt dieses Spaziergangs.

Die kitschige Qianmen-Strasse ist der Endpunkt dieses Spaziergangs.

Anfahrt: Den Himmelstempel erreichst du am besten mit der U-Bahnlinie 5 Station Tiantan Dongmen.

Tipp: Wenn du gut auf den Beinen bist, kannst du den Himmelstempel durch den Nordausgang verlassen und etwa einen Kilometer bis zur Qianmendong-Strasse laufen. Folge ihr ein paar Minuten Richtung Osten und du siehst die Überreste der alten Stadtmauer – einer weitgehend unbeknnten Sehenswürdigkeit.

Kehre nun um und spaziere südlich der Qianmendong durch die traditionellen Hutong-Gassen, die noch nicht für Touristen aufgehübscht wurden und das alte Peking zeigen. Nach einer Weile erreichst du die kitschige Qianmen-Strasse, die für Olympia im alten Stil nachgebaut wurde. Die Strasse führt zum Platz des Himmlischen Friedens.

Sehenswürdigkeit 2: Die Verbotene Stadt

Deine Tour beginnst du am besten am Platz des Himmlischen Friedens. Spaziere unter dem bekannten Portrait von Mao Zedong durch und besichtige die Verbotene Stadt (im chinesischen Neusprech: Palastmuseum). Dort lebten und regierten bis zur Revolution 1911 die chinesischen Kaiser.

Der Legende nach soll die Verbotene Stadt 9999 Zimmer haben. In Wahrheit sind es natürlich ein bisschen weniger, aber die Anlage ist trotzdem allein auf Grund ihrer Weitläufigkeit sehr eindrücklich. Im Innern findest du wechselnde Ausstellung und jede Menge Thronhallen, Pavillons und alles andere, was ein Kaiserherz so begehrt.

Für die Tour solltest du etwa drei Stunden einplanen und auch mal die Trampelpfade verlassen. Um etwas mehr von der spannenden Geschichte zu erfahren, empfehle ich den guten Audio-Guide, den du mieten kannst. Wahrscheinlich wirst du die Verbotene Stadt beim Nordausgang verlassen. Dann befindet sich gleich auf der gegenüberliegenden Strassenseite der Eingang zum Jingshan-Park.

Der ehemalige Kohlehügel ist eine der höchsten Erhebungen im weitgehend flachen Zentrum von Peking und bietet von oben einen tollen Ausblick auf die Verbotene Stadt.

Blick auf die Verbotene Stadt vom Kohlehügel.

Blick auf die Verbotene Stadt vom Kohlehügel.

Eingang zur Verbotenen Stadt. Foto: Dhyani Kalapaaking.

Eingang zur Verbotenen Stadt. Foto: Dhyani Kalapaaking.

Anfahrt: Am besten erreichst du die Verbotene Stadt mit der U-Bahnlinie 1 und steigst wahlweise in der Station Tianmanmen Ost oder West aus. Von dort ist es nur noch ein Fussmarsch von fünf Minuten.

Tipp: Mitten auf dem Tiananmen-Platz befindet sich das Mausoleum von Mao Zedong. Wenn du den „grossen Vorsitzenden“ einmal in Echt sehen willst: Er befindet sich im Innern hinter einer dicken Glasscheibe. Beachte: Du darfst keine Taschen und keine Kameras mitbringen.

Warnung: Am Tiananmen-Platz wirst du oft von Kunststudenten und Tea-Girls angesprochen. Während erstere lediglich versuchen, dir ihren Ramsch anzudrehen, solltest du um letztere unbedingt einen Bogen machen. Sie wollen dich in ein Teehaus schleppen, wo dir eine massiv überteuerte Rechnung (50 bis 100 Euro pro Tasse Tee) präsentiert wird.

Sehenswürdigkeit 3: Houhai und weitere Seen

Mehrere kleine Seen im westlichen Teil der Innenstadt bilden das Ende des früheren Kaiserkanals. Während die beiden südlichsten Seen Nanhai und Zhonghai als Regierungssitz dienen und öffentlich nicht zugänglich sind, ist der Beihai-See ein sehenswerter traditionaler Park, der wegen seiner weissen Pagoda bekannt ist.

Spannender sind aber die beiden Seen Qianhai und Houhai. An ihrem Ufer befinden sich eine Bar nach der anderen. Insbesondere im Sommer ist es schön, auf einer der Dachterrassen der traditionellen Steinhäuser zu sitzen. Um ein Gefühl für die Gegend zu bekommen, brauchst du nicht mehr als eine Stunde.

Wenn du möchtest, kannst du von hier eine Velo-Rikscha-Tour unternehmen, die dich an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten bei den Seen vorbeiführt. Besonders attraktiv sind der Trommelturm und das Wohnhaus von Prinz Gong. Beides kannst du aber auch zu Fuss erreichen.

Gemütliches Café am Houhai-See.

Gemütliches Café am Houhai-See.

Abendstimmung am Houhai-See. Foto: Dhyani Kalapaaking.

Abendstimmung am Houhai-See. Foto: Dhyani Kalapaaking.

Anfahrt: Die Seen lassen sich am besten mit der U-Bahnlinie 8 Station Shichahai erreichen.

Warnung:  Die Restaurants und Bars sind zwar schön eingerichtet, bieten aber in der Regel minderwertiges Essen und gepanschte Drinks an. Bestell also am besten einfach eine Cola, ein Bier oder sonst etwas, das aus der Dose kommt.

Tipp: Der Kanal führt im Norden der Seen weiter bis zum Kunmingsee im Sommerpalast. Zu Fuss ist die Strecke zu weit, aber im Sommer ist es möglich, auf einem Boot die Strecke  zurückzulegen. Leider fahren die Boote nicht vom Houhaisee, sondern starten erst hinter dem Beijing Exhibition Center in der Nähe von Xizhimen.

Sehenswürdigkeit 4: Der Sommerpalast

Der 1750 eingeweihte Sommerpalast (Yiheyuan) diente einst den Kaisern als Erholungsort während den heissen Sommertagen. Lass dich nicht von seinem Namen täuschen: Der Sommerpalast ist in erster Linie einer der grössten und besterhaltenen chinesischen Landschaftsparks.

Bei der Besichtigung spazierst du am zentralen Kunmingsee vorbei, wirst im einen oder anderen Pavillon eine Pause einlegen und die zahlreichen Paläste und Tempel bestaunen, von denen aber viele nicht zugänglich sind.

Das bekannteste Fotomotiv ist ein Marmorboot am Seeufer, da natürlich nicht schwimmt. Falls du den See überqueren möchtest, kannst du dies in zehn Minuten mit einem kleinen Touristenboot tun. Die Bootsfahrt lohnt sich, weil sie eine schöne Perspektive auf den Park freigibt.

Einer der Paläste von Yiheyuan.

Einer der Paläste von Yiheyuan.

Das bekannte Marmorboot im Kunmingsee.

Das bekannte Marmorboot im Kunmingsee.

Anfahrt: Den Sommerpalast erreichst du unkompliziert mit der U-Bahnlinie 4 Station Beigongmen.

Tipps: Wenn du wenig Zeit hast, ist es möglich, alle vier Sehenswürdigkeiten an einem Tag zu sehen. Beachte dabei bitte, dass der Park bereits gegen 17 Uhr schliesst und dass du etwas zwei Stunden benötigst, um das Wichtigste zu sehen.

Sehenswürdigkeit 5: Die Grosse Mauer

Die Grosse Mauer ist zweifellos die bekannteste Sehenswürdigkeit von ganz China und du solltest dir auch bei einem kurzen Besuch von Peking unbedingt die Zeit nehmen, dieses wichtige Bauwerk zu besichtigen.

Es gibt eine Reihe von Mauerabschnitten, die du besuchen kannst. Am einfachsten und günstigsten ist Badaling zu erreichen. Dieses Stück der Mauer erreichst du bequem in rund einer Stunde von Pekinger Nordbahnhof (U-Bahnstation Xizhimen). Allerdings hast du hier auch die meisten Besucher. Vermeide daher Wochenenden und chinesische Feiertage.

Beachte, dass die meisten Mauerabschnitte massiv restauriert und wenig authentisch sind. Wenn du eine echtere Erfahrung suchst, solltest du die „wilde“ Mauer besuchen. Das einzige Problem: Es ist relativ schwer, ohne Hilfe dorthin zu gelangen. Frag am besten in deinem Hotel oder Hostel nach Touren.

Die Grosse Mauer, Abschnitt Badaling.

Die Grosse Mauer, Abschnitt Badaling.

Die "wilde Mauer" ausserhalb von Peking ist ein ideales Ziel für Campingtrips.

Die „wilde Mauer“ ausserhalb von Peking ist ein ideales Ziel für Campingtrips.

Anfahrt: Badaling erreichst du mit dem Zug ab dem Bahnhof Beijing Bei* in etwa eine Stunde. Notiere dir unbedingt die Abfahrtszeiten für den Rückweg, da die Bahn nur alle zwei Stunden verkehrt. Alternativ kannst du auch eine geführte Tour buchen, bei der die Grosse Mauer oft mit den Minggräbern verbunden wird.

(Achtung: Seit November 2016 wird Beijing Bei renoviert. Die Wiedereröffnung ist 2019 geplant. Bis dahin fährt der Zug von der Station Huangtudian. Diese erreichst du am besten per U-Bahn. Station Yuxin, Linie 8. 250 Meter Richtung Norden.)

Tipp: Wenn du etwas abenteuerlich veranlagt bist, kannst du den Schlafsack einpacken und auf der Grossen Mauer übernachten. Hier findest du einen Erfahrungsbericht von Gastautor Florian.

Sehenswürdigkeit 6: Die Olympische Stadt

Auch wenn du sportlichen Grossanlässen genauso kritisch gegenüberstehst wie ich, solltest du die Olympische Stadt besuchen. Die moderne Architektur ist in diesem Stadtviertel wirklich bemerkenswert.

Deinen Rundgang beginnst du am besten beim Vogelnest (Nationalstadion). Es ist möglich, das elegante Gebäude von innen zu besichtigen, aber meine Meinung lohnt sich der hohe Eintrittspreis nicht. Gerade gegenüber befindet sich der Wasserwürfel, wo die Schwimmwettbewerbe stattfanden.

Das Schwimmbad wurde seit 2008 mehrmals umgebaut und zuletzt in einen Wasser-Funpark verwandelt. Mir hat der Besuch Spass gemacht und wenn du etwas Zeit hast, empfehle ich dir, die Badesachen vorsorglich mitzubringen.

Etwas weiter vorne befindet sich der Hauptsitz von IBM China und das 7 Sterne-Hotel Pangu Plaza. Auch wenn du nicht das nötige Kleingeld hast, kannst du in die Lobby spazieren und dir einen Begriff davon machen, was in China als guter (Luxus)stil gilt.

Im Süden befindet sich ein Themenpark, in dem zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus ganz China nachgebaut wurden. Ich war selber noch nie drin, aber er steht schon seit Jahren auf der To-Do-Liste.

Wenn du die grosse Fussgängerzone immer Richtung Norden weiterläufst, kommst du irgendwann zum Olympischen Park beziehungsweise zum Olympischen Wald. Das ist eine gemütliche Parkanlage mit viel Grünfläche und hübschen Seen.

Touristen posieren vor dem Nationalstadion.

Touristen posieren vor dem Nationalstadion.

Vogelperspektive auf den Wasserwürfel und das Vogelnest.

Vogelperspektive auf den Wasserwürfel und das Vogelnest.

Anfahrt: Die U-Bahnlinie 8 fährt direkt unter dem Olympia-Gelände durch und verbindet einzelne Sehenswürdigkeiten. Das Vogelnest erreichst du am besten ab der Station Olympic Sports Center. Wenn du von Badaling kommst, liegt die Olympische Stadt auf dem Weg. Nimm die Buslinie 919.

Tipp: Der Wasserwürfel und das Vogelnest werden nachts beleuchtet. Die besten Fotos machst du daher im Dämmerlicht.

Sehenswürdigkeit 7: Lama Tempel

Mein persönlicher Lieblingstempel ist der Lama-Tempel (Yonghegong). Ursprünglich war er die Residenz eines Prinzen, der später Kaiser wurde. Nach seinem Tod verwandelten seine Nachkommen die Anlage in einen lamaistischen Tempel.

Heute gilt der Tempel als der grösste seiner Art ausserhalb Tibets. Das Besondere: Obwohl er eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Peking ist, dient er noch immer (eigentlich: wieder) als Tempel und wird von Mönchen bewohnt.

Ein Besuch lohnt sich allerdings nicht nur wegen des wunderschön gestalteten Tempels, sondern auch wegen der direkten Umgebung. Gerade neben dem Lamatempel beginnt mit der Gaozijian eine der schönsten Strassen Pekings. Sie führt am ebenfalls sehr sehenswerten Konfuziustempel vorbei.

Die nördliche Parallelstrasse ist der Wudaoying-Hutong – mein persönlicher Favorit, um Freunde zu treffen. In der hübschen Gasse mit den historischen Häuschen gibt es jede Menge Restaurants und Cafés. Ein idealer Ort, um den Besuch dieser Gegend abzuschliessen.

Verzierte Dächer im Lama-Tempel in Peking.

Verzierte Dächer im Lama-Tempel in Peking.

Anfahrt: Am besten erreichst du den Lama-Tempel mit U-Bahnlinien 2 und 5. Der Ausgang der Station Yonghegong führt direkt zum Tempel.

Tipp: Nur wenige Meter südlich vom Lama-Tempel befindet sich die „Geisterstrasse“ – dem besten Anlaufpunkt für alle, die gerne scharfes Essen mögen. Sehr gut sind die im Chilli schwimmenden Fische. Die Geisterstrasse ist in der Regel auf Stadtplänen als Dongzhimen Inner/Nei eingezeichnet.

Sehenswürdigkeit 8: Sanlitun

Wenn du nur historische Gebäude und Museen besuchst, wirst du das heutige China kaum verstehen. Einen guten Schritt weiter kommst du aber mit einem Besuch des Szene-Viertels Sanlitun.

Hier waren nach der Öffnung vor 30 Jahren nach und nach die ersten echten Bars entstanden. Diese alten Schuppen stehen noch immer und befinden sich auf der östlichen Strassenseite der Sanlitun-Strasse. Du erkennst sie an den Pole-Dancern. Ein Besuch lohnt heute eher nicht mehr.

Spannender ist das Sanlitun-Village auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Hierbei handelt es sich um die vermutlich hippste Shopping-Mall der ganzen Stadt. Auch wenn du nichts kaufen willst, lohnt sich hier das People Watching. In den oberen Etagen gibt es unterschiedliche Restaurants.

Wenn dich moderne Architektur interessiert, solltest du auch einen Blick auf das Sanlitun SOHO südlich vom Village werfen.

Sanlitun besticht durch moderne Architektur.

Sanlitun besticht durch moderne Architektur.

Moderne Architektur im nördlichen Teil von Sanlitun Village.

Aussergewöhnliche Sitzbank im nördlichen Teil von Sanlitun Village.

Anfahrt: Sanlitun erreichst du am besten mit der U-Bahnlinie 10 Station Tuanjiehu.

Tipp: Falls Du Schwierigkeiten hast, interessante Bücher zu finden, solltest du ins Café Bookworm gehen. Rede mit den Verkäufern, wenn du etwas Bestimmtes suchst, da Bücher zu heiklen Themen nicht ausgestellt werden.

Sehenswürdigkeit 9: Kunstfabrik 798

Der Kunstbezirk Dashanzi (auch Kunstfabrik 798 genannt) ist ein Stadtteil im Nordosten von Peking, der für seine zahlreichen Galerien, Museen und Kunstcafés bekannt ist. Zum grössten Teil siehst du dort zeitgenössische Werke aus China, aber eine Galerie hat sich auch speziell auf nordkoreanische Künstler spezialisiert.

Das Gelände war einst eine geheime Waffenfabrik, die mit Hilfe der DDR errichtet wurde und unter dem Geheimcode 798 verwaltet wurde. Die alten Fabrikhallen bieten gute Fotomotive und hier und da findest du noch revolutionäre Slogans an die Wand gepinselt.

Der rebellische Geist von damals, als die ersten Künstler günstige Ateliers übernahmen, strömt längst nicht mehr durch das Gelände. Trotzdem bietet ein Rundgang einen interessanten Einblick in das zeitgenössische Kunstschaffen.

Eine Ausstellung im 798 Kunstbezirk. Foto: Vin Crosble / Flickr

Eine Ausstellung im 798 Kunstbezirk. Foto: Vin Crosble / Flickr

Skulpturen auf der Strasse im Kunstbezirk 798. Foto: Sean Savage / Flickr

Skulpturen auf der Strasse im Kunstbezirk 798. Foto: Sean Savage / Flickr

Anfahrt: Am besten erreichst du Dashanzi mit dem Taxi (siehe hier meine Tipps zum Taxifahren). Alternativ kannst du mit der U-Bahnlinie 14 zu Station Jiangtai fahren und von dort aus rund zwei Kilometer nach Norden laufen.

Tipp: Wenn dir die Kunstfabrik 798 zu touristisch ist, kannst du dich auch ins nahe gelegene Caochangdi begeben. Dort befinden sich ebenfalls zahlreiche Galerien und Ateliers. Leider ist Caochangdi mit der U-Bahn sehr schlecht zu erreichen.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Natürlich hat Peking noch viel mehr zu bieten, das es nicht auf die Liste schaffte. Falls du also etwas länger in der Stadt bleibst, findest du hier ein paar weitere Anregungen:

  • Das Central Perk: Für Fans der Serie Friends lohnt sich der Besuch dieses liebevollen Nachbaus des Fernseh-Cafés. Hier kannst du dich gemeinsam mit Hugsy auf die orangefarbene Couch setzen und alte Folgen sehen.
  • Room Escapes: Beijing ist eine Hochburg für Room Escapes. Eines davon habe ich selbst besucht und getestet. Es machte mir und meinen Freunden viel Spass, aus dem KGB-Bunker auszubrechen.
  • Stadtmodell: Eine der spannendsten Sehenswürdigkeiten ist für mich das Stadtplanungsmuseum. Hier kannst du nicht nur einen riesigen Nachbau von Peking sehen, sondern erfährst auch einiges darüber, wie die Stadt in ein paar Jahren aussehen soll.
  • Panjiayuan-Markt: Auf diesem permanenten Flohmarkt findest du alles, was das Herz begehrt. Die Verkäufer sind allerdings Profis und echte Schnäppchen wie auf unseren Flohmärkten solltest du nicht erwarten. Am bekanntesten ist der Antiquitätenmarkt.
  • Alter Sommerpalast: Im Nordwesten der Stadt befindet sich ein Park mit den Überresten eines alten Palasts, den westliche Mächte im Krieg zerstört hatten. Für Chinesen sind die Ruinen eine Erinnerung an ein nationales Trauma, für Touristen eher eine Enttäuschung.
  • Nationales Zentrum für Darstellende Künste: Dieses modernistische Theater bietet regelmässig Theatervorstellungen und klassische Konzerte. Der Besuch lohnt sich alleine wegen des Designs, das im Volksmund auch den Namen „Ei“ trägt.
  • Weitere Ideen für Ausflüge findest du bei getyourguide.de.
Fundstücke im Antiquitätenmarkt von Panjiayuan. Foto: Dhyani Kalapaaking.

Fundstücke im Antiquitätenmarkt von Panjiayuan. Foto: Dhyani Kalapaaking.

Praktische Tipps für Peking

Anreise: Peking ist in der Regel Start- und/oder Endpunkt deiner Chinareise. Beachte meine wichtigsten Tipps, wie du günstige Flüge nach China findest. Die chinesische Hauptstadt ist ausserdem gut an das nationale Bahnnetz angeschlossen. Falls du mit der Eisenbahn anreisen willst, solltest du einen Blick auf meine Tipps zu den chinesischen Eisenbahnen werfen.

Unterkunft: Peking ist eine relativ teure Stadt. Für ein Bett in einem Massenschlafsaal musst mit etwa 10 Euro rechnen. Ein Doppelzimmer bekommst du ab etwa 40 Euro. In der Hauptstadt mangelt es nicht an Unterkünften und eine Reservation ist in der Regel nicht nötig. Falls du aber dennoch etwas buchen willst, empfehle ich, bei Agoda und Booking nach Aktionen zu suchen. Beachte auch meine Hoteltipps für Peking.

Reisezeit: Peking ist im Sommer drückend heiss und im Winter schneidend kalt. Die angenehme Zwischenzeit beschränkt sich auf wenige Wochen im Mai und Oktober. Glücklicherweise regnet es selten.

Kommunikation: Peking gehört zu den internationalsten Städten Chinas und gerade unter der jüngeren Bevölkerung findest du viele, die einigermassen Englisch sprechen. Rechne aber nicht damit, dass dich ein Taxifahrer oder eine Verkäuferin im Supermarkt versteht. Schau dir deswegen unbedingt meine Tipps zur Kommunikation in China an.

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9 Kommentare

  1. Sehr cooler Artikel! Ich will unbedingt das nächste Mal noch mehr von Peking sehen. Leider kann ich dort wirklich nicht viel Zeit draußen verbringen, weil mich der Smog total benebelt und ich nach ein paar Stunden echt heftige Kopfschmerzen bekomme. Vielleicht ist das mit dem Falschgeld noch erwähnenswert? Das ist ja eine richtige Seuche geworden. Ich fotografiere mittlerweile sogar die Seriennummern von den großen Scheinen ab, weil die von den Händlern und Taxifahrern gerne gegen Blüten ausgetauscht werden.
    Liebe Grüße
    Franzi

    1. Hi Franzi,
      das mit dem Smog ist me Glücksache. Das geht immer auf und ab. Manche Tage gleicht Peking einem Luftkurort und manchmal hast du das Gefühl, dass die Apokalypse naht. Die letzten zwei Mal, als ich dort war, hatte ich aber das Gefühl, dass sich die Luftqualität insgesamt deutlich verbessert hat. Das finden auch meine chinesischen Bekannte.
      Hast du denn Falschgeld bekommen? Mir kam in all den Jahren nur ein einziger falscher 50er unter. Aber den bekam ich dann wieder los. War also nicht so tragisch. Wichtig (und eigentlich schockierend) ist in diesem Zusammenhang, dass Falschgeld teilweise auch aus den Bankautomaten kommt.
      Gruss,
      Oli

  2. Schöner Artikel und überhaupt eine tolle Seite, lieber Oliver! Habe China bisher tatsächlich immer in der Gruppe bereist (4x) – finde ich schlichtweg einfacher. An manchen Tagen kann man sich (inzwischen, wird von Jahr zu Jahr besser) aber auch bequem per Taxi bzw. organisiertem Fahrer absetzen, denn gerade Peking, Xian und Shanghai sind (leider!) dauernd dabei. So lohnt zum Beispiel auch, anstatt den Himmelstempel und die Mauer bei Mutianiyu jeweils zum zweiten Mal zu machen, mit Wagen und Fahrer (ca. 400 Y) zu den Ming-Gräbern zu fahren, die mir hier in der Auflistung fehlen. Okay, das unterirdische Dingling-Grab ist jetzt nicht so der Burner, aber insgesamt sind die Anlagen trotzdem sehr schön. Die beiden Hauptgräber Changling und Dingling reichen zum Ansehen, mehr als einen halben Tag braucht man nicht. Ich war bereits mittags wieder in der Stadt und habe noch Kohlehügel, Beihai-Park und Houhai (Nr. 3) als entspannenden Ausklang gemacht (was auch selten bis nie in den Standardprogrammen ist) – ein super Tag! Im Vergleich dazu leuchtet mir nicht so ganz ein, was an dem hippen, aber steril wirkenden Sanlitun so toll sein soll. Wäre ich ein drittes Mal in Peking, würde ich mir mal die große Volkshalle, das Riesen-Museum gegenüber, die Stadtmauerreste und weitere Hutongs anschauen. Auch die östlichen Qing-Gräber könnten reizvoll sein. Die sind allerdings ein Stück weg und dort trifft man sicher gar keine Europäer mehr, wie es mir mal bei den Tang-Gräbern (80 km von Xian) ging, um nicht 2 x die Terrakotta-Armee sehen zu müssen …).

    1. Hallo Olaf,

      ich finde es immer wieder erstaunlich, dass sich die China-Programme bei vielen Anbietern so stark ähneln. Aber ich verstehe nicht, wieso du nicht einfach ein vollkommen anderes Programm wählst? Es gibt ja auch spannende Touren, die zum Beispiel zu den Minderheiten in Yunnan gehen oder die der Seidenstrasse entlangführen.

      Minggräber finde ich persönlich nicht sehr sehenswert und gehört bei mir zusammen mit der Terrakottaarmee zu den Zielen, deren Besuch ich eher nicht empfehle. Aber das empfindet natürlich jeder etwas anders.

      Sanlitun finde ich einerseits architektonisch sehr interessant, es bietet aber auch viele Möglichkeiten, am Abend noch etwas zu trinken oder bei Bedarf tanzen zu gehen. Das bietet einen spannenden Einblick in das China der Gegenwart – vor allem auch, wenn man einfach mal irgendwo hinsitzt und die Leute beobachtet.

      Liebe Grüsse,
      Oli

      1. Hallo Oli,
        das mit den anderen Programmen habe ich durchaus getan: Meine erste Tour war die komplette chinesische Seidenstraße mit Rotel (über Kirgistan nach Kashgar und komplett mit Bus bis Xian und dann Flug Peking; Dauer insgesamt 5 Wochen). Die zweite Tour hatte den Schwerpunkt Shanxi/Shaanxi von Peking über Datong/Wutai Shan/Pingyao wieder nach Xian, dann Luoyang und schließlich Shanghai/Suzhou/Hangzhou. Die dritte Tour war Yunnan und Tibet und die vierte Tour „Minderheiten“ mit Huang Shan, Hongcun/Xidi, Xiamen mit Gulangsu und Hakka-Häusern, Guilin (allerdings ohne Karst!) mit Longji, Sanjiang und Zhaoxing sowie weiteren Minderheitendörfern bis Guyiang und am Ende wieder Chengdu, welches bereits schon am Ende der Tibetreise stand. Auch hier macht man jedesmal die Pandas, so wie halt Terrakotta in Xian oder bestimmte andere Sachen in Peking. DAS meinte ich mit Wiederholungen: Bestimmte Städte und Programmpunkte sind trotz aller Vielfalt halt (fast) immer wieder dabei. Hängt wahrscheinlich zum Teil auch mit den internationalen Flughäfen zusammen. Aber insgesamt wird die Vielfalt auch bei den professionellen Reiseanbietern allmählich besser: Chinatours hat jetzt speziell Hunan und Sichuan im Programm und Rotel z. B. speziell „oben“ die Gegend Shandong/Hebei usw. Wenn ich die drei Touren nochmal machen kann – ist leider mit Ferienterminen für Lehrer schwer vereinbar (muss man bis zum Sabbatical warten) – würde ich noch Hongkong/Macau und Yangtse/Dazu jeweils bei Hunan und Sichuan ranhängen, und dann hätte ich tatsächlich die Vielfalt dieses wirklich meiner Meinung nach interessantesten Landes der Welt (neben Indien, das Gott sei Dank dem Modernisierungswahn noch nicht ganz so sehr erliegt) einigermaßen gesehen! So in den Grundzügen halt … 😉
        LG
        Olaf

        1. Hallo Olaf,
          alles klar. Da habe ich das offenbar falsch verstanden. Ein paar Überschneidungen sind da wohl kaum zu vermeiden, aber im Prinzip löst du das Problem auf diese Weise ja sehr elegant. Hast du dir nie überlegt, auf eigene Faust zu reisen? Nach fünf Reisen kennst du ja Land und Leute etwas und weisst, was dich erwartet. Selbstorganisierte Reisen sind in China kein Hexenwerk. Auf diese Weise kannst du viele Orte entdecken, die in keiner Tour angeboten werden. Übrings: Ich finde, dass sich die Jangtse-Fahrt heute nicht mehr lohnt. Das Sehenswerte ist ja heute zum grössten Teil unter dem Wasser. Interessant könnte eventuell noch nie Innere Mongolei sein. Da gibt es gewaltige Landschaften¨.
          Gruss,
          Oli

  3. Danke für die Infos. 🙂 Ich habe jetzt 4 Tage Shanghai hinter mir. Die Stadt ist zwar sehenswert aber 4 Tage sind auch mehr als genug. Insgesamt gibt es hier weit weniger zu sehen als in Tokio oder der Kansai Region. Auf der Rückreise habe ich noch 12 Stunden Aufenthalt in Peking. Muss mir noch überlegen was ich mir dort ansehe. Wenn mir Peking besser gefällt dann wäre das ja eine Option für einen zweiten Stopover. Smog hatte ich zum Glück nicht.

  4. Hi,

    Peking ist wirklich sehenswert nur die Einkaufsstraßen haben mich nicht umgehauen. Gibt es in Peking sowas wie Akihabara in Tokyo?
    Ich finde in Japan ja besonders Big Camera toll aber sowas habe ich hier noch nicht gesehen.

    1. Akihabara ist wohl ein einzigartiger Ort, da er ja auch diese spezielle japanische Stimmung hat. Es gibt aber Zhongguancon (eigene U-Bahnstation), wo du jede Menge Elektronikläden findest. Da findet man recht coole Sachen, allerdings ist es auch etwas anstrengend. Zum einen, weil viele Läden genau das gleiche Sortiment haben und man deswegen lange suchen muss, um etwas Passendes zu finden. Zum anderen auch, weil viele Verkäufer dich in den Laden zerren wollen und du alle paar Meter angesprochen wirst. Da hilft aber ein MP3-Spieler ganz gut, den du übrigens auch gleich dort kaufen kannst… 🙂

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