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Monatliche Medienschau auf Sinograph

Mit dem Relaunch von Sinograph habe ich mich entschlossen, eine monatliche Medienschau einzuführen. Hier findet ihr also jeweils um Monatsmitte ein paar Links zu Medienartikeln zu China, die ich in den vergangenen rund 30 Tagen besonders spannend fand.

Damit ihr künftige Ausgaben nicht verpasst, empfehle ich euch, meine Medienschau auf dem neuen Telegram-Kanal zu abonnieren unter http://www.t.me/sinograph

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Viel Spass bei der Lektüre! 🙂

Medienschau Sinograph # Februar 2021

1.) Urlaub in China ist in nach wie vor in weiter Ferne. Nun haben die Behörden die Einreiseprozeduren noch einmal erschwert. Die deutsche Botschaft warnt vor invasiven Eingriffen bei der Einreise wie Zwangscomputertomografien: https://www.tagesschau.de/ausland/china-einreisebestimmungen-101.html

2.) Wenn es mit dem Reisen doch wieder einmal klappt, ist China neu um eine Sehenwürdigkeit reicher: Das (im Inland bekannte) Weingut Changyu ist jetzt ein Wein-Themepark, der möglicherweise sehenswert ist: https://www.falstaff.at/nd/china-changyu-errichtet-wein-themenpark/

3.) Krasse Verschwörungstheorien gibt es nicht nur bei Corona-Leugnern. Ein chinesischen Professor behauptet, dass die Pyramiden eine Fälschung seien. Das Ziel der Verschwörung: Der Westen wolle China schlecht aussehen lassen. Mehr zur abstrusen Theorie im Stern: https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/professor-aus-china-erklaert-pyramiden-fuer-eine-faelschung-30379314.html

4. Die Trend-App Clubhouse ist mittlerweile in China gesperrt, nachdem sich dort mehrere Tage lang Festlandchinesen, Taiwaner, Hongkonger und Uiguren unter anderem über die Internierungslager in Xinjiang unterhalten haben. Dies zeigt, dass eine Verständigung auch bei schwierigen Themen möglich wäre, schreibt die FAZ: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/app-clubhouse-in-china-gesperrt-meinungen-sind-unerwuenscht-17187200.html

5.) Naturgemäss unterscheidet sich dies von den Aussagen des chinesischen Botschafters in Deutschland, der in die Existenz von Umerziehungslagern in Xinjiang in der Wirtschaftswoche grundsätzlich leugnet, aber sie irgendwie auch zugibt: https://www.wiwo.de/politik/ausland/menschenrechte-in-china-es-gibt-keine-umerziehungslager-in-xinjiang/26917156.html

6-) Weil immer mehr Bewohner von Hongkong ihre Stadt unerträglich finden und auswandern wollen, erwägt China ein Ausreise-Bann, wie The Guardian schreibt: https://www.theguardian.com/world/2021/feb/13/hong-kong-alarm-over-proposed-law-that-could-ban-anyone-from-leaving

7-) China erlebt derweil einen starken Geburtenrückgang von rund 15 Prozent, wie die Welt berichtet: https://www.welt.de/vermischtes/article226086047/Niemand-will-noch-Kinder-Geburtenzahlen-in-China-fallen-drastisch.html

Medienschau Sinograph # März 2021

1.) China gibt Gas beim Wildtierschutz. Die Zahl der unter Schutz stehenden Tierarten hat sich in letzter Zeit fast verdoppelt. Davon berichtete die Tagesschau: https://www.tagesschau.de/ausland/china-wildtiere-tierschutz-101.html

2.) China hat Klopapier und Zahnbürsten erfunden. Neue Untersuchungen zeigen, dass das antike China vor fast 3000 Jahren auch eine der ersten Gesichtscremen der Welt kannte. Mehr dazu auf Spektrum.de: https://www.spektrum.de/news/uralte-gesichtscreme-bezeugt-anfaenge-von-chinas-kosmetikindustrie/1836298

3.) Viel wurde darüber diskutiert, ob Huawei ein verlängerter Arm des chinesischen Militärs ist. Ausführliche Gespräche mit ehemaligen Europa-Expats der Firma zeigen, dass immerhin der Umgangston ziemlich militärisch geprägt ist. Mehr dazu in der Republik: https://www.republik.ch/2021/01/13/inside-huawei

4.) Bleiben wir bei den Tech-Firmen. Tiktok wird - wie alle chinesischen Medien - zensiert. Ein Insider berichtet, wie das vor sich geht. Mehr dazu auf netzpolitik.org: https://netzpolitik.org/2021/tiktok-insider-berichtet-ueber-zensurtechniken-bei-bytedance

5.) Apropos Zensur: China zensiert auch in Deutschland. Ein Kinderbuchverlag veröffentlichte in einem Buch den Satz, dass das Coronavirus aus China stammte. Die chinesische Botschaft ging erfolgreich gegen den Verlag vor, der das Buch schliesslich einstampfte. Wie China dabei vorging, beschreibt der Bayrische Rundfunk: https://www.br.de/nachrichten/kultur/auf-wunsch-empoerung-so-sorgt-china-in-deutschland-fuer-ordnung,SRSNVA5

6.) In diesem Zusammenhang fragt sich Jürgen Kremb, langjähriger Asienkennen und früheren Spiegel-Kolumnist, auf seinem persönlichen Blog, wieso wir Covid-19 nicht als Wuhan-Virus bezeichnen: https://www.juergenkremb.com/warum-eigentlich-nicht-wuhan-virus/

7.) Im Rahmen des Nationalen Volkskongresses vor ein paar Tagen wurde ausführlich darüber berichtet, dass China sein Militär massiv ausbaut. Was dabei unterging: Mit "Arrow" baut ein Rüstungsunternehmen aus Shanghai nun eine autonome Überschalldrohne. Der oft befürchtete Kampfroboter, der mittel Algorithmen über Leben und Tod entscheidet, ist damit laut Stern Realität geworden: https://www.stern.de/digital/technik/arrow---schnelle--unsichtbare-und-toedliche-kampfdrohne-von-privatfirma--30415882.html

8:) Zum Schluss noch etwas Bizarres: Im chinesischen Internet kursiert das Gerücht, dass ein chinesisches Startup aus Shanxi eine Zeitmaschine bauen will. Das Startup dementiert das zwar, aber nicht so ganz richtig. Lest die ganze Geschichte am besten selber: https://1e9.community/t/nein-china-baut-keine-zeitmaschine-aber-diese-geschichte-ist-trotzdem-verrueckt/9359

Medienschau Sinograph # April 2021

Dieses Mal gibt es in der Medienschau vom Sinograph sieben Lese-Empfehlungen in vier Themenbereichen:

 

Politik

1.) China plant in Tibet den Bau des grössten Wasserkraftwerks der Welt. Das ist nicht nur ökologisch umstritten, sondern hat auch international eine gewaltige Sprengkraft, da es damit Kontrolle über einen wichtigen Wasserlauf in Indien und Bangladesch hat. Mehr dazu im Kurier: https://kurier.at/politik/ausland/china-plant-groesstes-wasserkraftwerk-der-welt-in-tibet/401353535

2.) Mittlerweile gibt es viele Augenzeugenberichte über die Gräueltaten in Xinjiang. Besonders eindrücklich ist die Schilderung im New Yorker: https://www.newyorker.com/magazine/2021/04/12/surviving-the-crackdown-in-xinjiang (englischer Text)

 

Sehenswürdigkeiten

3.) Peking war einmal von einer Stadtmauer umgeben. Viel ist nicht übrig geblieben, aber das kleine Stückchen im Süden der Stadt ist durchaus einen Ausflug wert. Wieso, darüber schreibt meine Blogger-Kollegin Linni von Ombidombi: https://ombidombi.de/pekings-stadtmauer/

4.) Wer Lost Places mag, dürfte einen verwahrlosten Theme Park vor Wuhan interessant finden. Der Park mit seinen Replicas vom Schloss Neuschwanstein oder den Pyramiden war vor 20 Jahren gebaut, aber nie offiziell eröffnet worden. Er scheint nicht abgesperrt zu sein. Mehr dazu im Stern: https://www.stern.de/reise/fernreisen/lost-places-in-china--wo-attraktionen-von-weltrang-verrotten_7907798-7907808.html

 

Bücher

5.) Der Sinologe Tilman Spengler hat einen "aberwitzigen Roman über die chinesische Kulturrevolution" veröffentlicht, wie die FAZ in einer Rezension schreibt. Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber es klingt vielversprechend: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/tilman-spenglers-roman-made-in-china-17237443.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

6.) Mit "About us" ist ein schöner Bildband erschienen mit den Werken von zeitgenössischen chinesischen Fotografen. Ich selber bin ein grosser Fan der verstörenden Bilder des leider bereits verstorbenen Ren Hang. Mehr dazu in der NZZ: https://bellevue.nzz.ch/reisen-entdecken/der-bildband-about-us-zeigt-einen-anderen-blick-auf-china-ld.1607388

 

Diverses

7.) Und zum Schluss noch eine abstruse Geschichte aus der chinesischen Provinz wo Hinterbliebene vermutlich versehentlich einen Mord in Auftrag geben hatten: https://www.stern.de/panorama/stern-crime/china--mann-soll-falsche-leiche-fuer-einaescherung-besorgen-und-toetet-passanten-30479498.html

 

Medienschau Sinograph # Mai 2021

Dieses Mal gibt es in der Medienschau vom Sinograph sechs Lese-Empfehlungen in drei Themenbereichen:

 

Zukunftstechnologien

Science Fiction hat immer eine doppelte Funktion: Sie ist sowohl Projektionsfläche für Zukunftswünsche wie auch für Kritik an der Gesellschaft. Das gilt besonders auch für den erfolgreichen Autor Chen Qiufan und sein Werk "Die Siliziuminsel". Eine interessante kulturgeschichtliche Einbettung bietet die Süddeutsche: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/china-technologie-quiufan-1.5291466

Derweil wehren sich in China einige Bürgerrechtler und Juristen gegen die immer umfassender werdende Totalüberwachung mit Gesichtserkennungssoftware. Sehr lesenswert bei Geschichte der Gegenwart: https://geschichtedergegenwart.ch/gesichtsverlust-3-0/

 

Gesellschaft

Feminismus hat es in China schwer. Das liegt auch daran, dass entsprechende Stimmen zensiert werden, wie die FAZ schreibt: https://www.zeit.de/kultur/2021-05/feminismus-china-online-zensur-soziale-medien-frauen-regierung

China neigt zum Schönheitswahn. Es gibt aber auch eine Gegenströmung mit Aspekten von Body Positivity. Das könnte sich nun noch verstärken, seit es eine chinesische Plus-Size-Boyband erste Erfolge hat: https://www.bluewin.ch/de/news/vermischtes/die-erste-plus-size-boyband-aus-china-693628.html

 

Diverses

Lebensmittelverschwendung ist in China weit verbreitet (bei Einladungen in Restaurants gehört es zum guten Ton, ein Gericht mehr zu bestellen als Personen anwesend sind). Nun geht die Regierung mit einem neuen Gesetz gegen die Verschwendung von Essen vor: https://www.spiegel.de/wirtschaft/catering-dienste-china-stellt-verschwendung-von-lebensmitteln-unter-strafe-a-5c07b5d6-4ed9-4377-b695-441befea9012#ref=rss

Und zum Schluss wie immer noch eine abstruse Geschichte: Eine chinesische Tourismuskampagne ging gehörig daneben, wie der Blick berichtete. Um für die Schönheiten des Landes zu werben nutzte man ausgerechnet ein Foto vom Bernen Oberland. https://www.blick.ch/wirtschaft/schamlose-tourismuskampagne-chinesen-klauen-brienzer-panorama-id16516020.html

Medienschau Sinograph #Juni 2021

Bevor wir heute mit den Lese-Empfehlungen beginnen, zunächst etwas in eigener Sache: Wie die meisten von euch wissen, habe ich ein Buch über China geschrieben. Dazu sind mittlerweile zwei Rezensionen erschienen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

 

111 Gründe, China zu lieben

Eine "unterhaltsame Mischung aus hilfreichem Hintergrundwissen, skurrilen Fun-Facts und persönlichen Anekdoten" urteilt Timo vom Abenteuerblog Bruder Leichtfuss über das Buch. Die ganze Rezension findet ihr hier: https://www.bruderleichtfuss.com/warum-man-china-trotzdem-lieben-kann/

Susanne vom Fluegge-blog hat sich eher dafür interessiert, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, mich mit China auseinanderzusetzen. Hier ihr schönes Portrait: https://fluegge-blog.de/111-gruende-china-zu-lieben/

Politik

Zu den weitreichendsten politischen Entschlüssen der letzten Wochen dürfte gehören, dass China seine Propaganda künftig stärker ins Ausland transportieren will. Der Spiegel-Kolumnist Sasha Lobo fürchtet, dass wir schlecht darauf vorbereitet sind: https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/china-europa-muss-sensibel-sein-fuer-staatliche-propaganda-kolumne-a-749e8772-0d11-4876-8014-095556375c30

Wer sich für die theoretische Untermauerung der chinesischen Politik interessiert, findet sie beim Partei-Philosophen Zhao Tingyang, dessen Buch auch auf Deutsch erhältlich ist. Eine interessante Rezension: https://www.die-tagespost.de/gesellschaft/literatur/china-will-die-eine-welt;art4882,217959

Die Kommunistische Partei Chinas feiert demnächst ihr hundertjähriges Bestehen. Was als revolutionäre Verschwörung von Arbeitern begonnen hat, ist heute längst eine elitäre Wirtschaftsvereinigung, schreibt die Zeit: https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-05/kommunistische-partei-china-jubilaeum/komplettansicht

 

Menschenrechte

Mit einem Anti-Sanktionsgesetz will China westlichen Sanktionen kontern. Der Gedanke: Wenn in China aktive Firmen wegen Menschenrechtsverstössen keine Baumwolle aus Xinjiang verwenden, kann sie China mittels Strafandrohung dazu zwingen. Das könnte allerdings China schaden, glaubt die Süddeutsche: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kommentar-weniger-china-1.5322062

Wenn wir schon beim Thema Menschenrechte sind: Die UNO-Sonderberichterstatter sprechen von konkreten Hinweisen auf Organraub an Häftlingen, die einer Minderheit angehören: https://www.nachrichten.at/politik/aussenpolitik/organraub-bei-chinesischen-haeftlingen;art391,3413635

 

Kurioses

Konsum und Karriere: Das sind die beiden grossen Stichworte in China. Ausgehend von gesellschaftskritischen Bloggern (ja, gibt es!) geht gerade der Begriff "sich hinlegen" viral. Gemeint ist so etwas wie unser Aussteigertum: https://www.heise.de/hintergrund/Warum-Chinas-Generation-Z-mit-dem-Aussteigertum-liebaeugelt-6072209.html

Angehörige eines Stammes im südwestchinesischen Guizhou pflegten ein ungewöhnliches Bestattungsritual: Sie hängten die Särge der Verstorbenen in die Berge. Daraus wurde inzwischen eine Touristenattraktion. Mehr dazu hier: https://www.travelbook.de/orte/scary-places/haengende-saerge-china

Seit einigen Wochen geistert eine Herde wilder Elefanten durch die Provinz Yunnan - und hält das ganze Land in Atem. Mehr zu diesem Phänomen schreibt Blogger-Kollegin Linni: https://ombidombi.de/die-elefanten-sind-los/

 

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