Staffellauf bei den Reisebloggern: Jeder, der das Blogstöckchen bekommt, muss elf Fragen beantworten. Foto: Gabi Eder / pixelio.de

Staffellauf bei den Reisebloggern: Jeder, der das Blogstöckchen bekommt, muss elf Fragen beantworten. Foto: Gabi Eder / pixelio.de

In regelmässigen Abständen fliegen sogenannte Stöckchen durch die Blogosphäre. Auch mich hat es wieder einmal erwischt, zum ersten Mal auf Sinograph. Zugeworfen hat es mir Blogger-Kollege Timo, der mit Bruderleichtfuss eine ganz tolle Webseite führt. Kennengelernt haben Timo und ich uns übrigens, als ich ihn einmal im Weltreisemagazin dazu interviewte, wie man als Anhalter über die Weltmeere segeln kann. Der abenteuerlustige (und etwas verrückte) Timo hat das nämlich gemacht. Kurz darauf hat mir Sarah von Rapunzel will raus ein zweites Stöckchen mit ebenfalls sehr interessanten Fragen zugeworfen. Sorry, Sarah, dass ich inzwischen schon Timos Fragen beantwortet habe. 22 Fragen wären mir am Ende doch zu viel gewesen…

Falls du nicht weisst, was ein Blogstöckchen ist, will ich das kurz erklären. Am besten stellst du dir das ganze als einen Kettenbrief unter Bloggern vor. Diesmal, im „Best Blog Award“, geht es darum, dass ich auf meinem Blog elf Fragen beantworte und anschliessend eine Reihe von weiteren Fragen erfinden, die ich Bloggern stelle, die ich selber ganz gerne lese. Das ist eine gute Sache. Denn für euch hat das den Vorteil, dass ihr mich und die Blogs auf meiner Leseliste besser kennenlernt. Für den Sinographen ist ein erfreulicher Nebeneffekt, dass ich hoffentlich auch ein paar Leser meiner Lieblingsblogs von meiner Seite überzeugen kann. Timo hat mir folgende elf Fragen gestellt:

1. Was würdest du tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde?

Eigentlich spielt Geld bereits jetzt keine übermässig grosse Rolle. Nicht, dass ich auf unbeschränkte Einnahmen zurückgreifen könnte – ganz im Gegenteil. Aber ich pflege einen bescheidenen Lebensstil und komme mit wenig sehr weit. Wenn ich auf gar keine Einnahmen mehr eingewiesen wäre, würde ich kaum etwas anderes tun. Ich mir wohl einen Lastwagen und/oder ein Segelschiff kaufen und euch mit noch mehr Reisegeschichten aus China und der Welt verwöhnen. Es gäbe dann weder Werbungen noch Affiliate-Links, nur ungetrübtes Lesevergnügen.

2. Welche Erfindung wünscht du dir?

Seit ich aus China zurückgekommen bin, habe ich mir oft gewünscht, dass ich mich wie bei Raumschiff Enterprise von Basel nach Peking beamen könnte. Einfach mal so, um meine Freunde wiederzutreffen oder um mir in der kalten Jahreszeit ein leckeres Huoguo (chinesischer Feuertopf) zu gönnen. Das Essen ist nämlich das, was ich an China am meisten vermisse. Als Blogger wünschte ich mir allerdings noch was anderes: funktionierendes und leicht zu bedienendes Gratis-WiFi. Beispiel: Wenn ich in einem neuen Land am Flughafen ankomme, möchte ich gerne nachschauen, wann der nächste Zug fährt. Aber wenn ich keine lokale SIM-Karte habe, funktioniert das oft nicht. Ich verstehe, dass man sich identifizieren muss. Aber es müsste doch eigentlich möglich sein, eine App zu schaffen, die diese Identifizierung übernimmt.

3. Was war dein größtes Abenteuer bis jetzt?

Ich verstehe mich nicht als Abenteurer. Ich springe nicht am Gummiseil von Brücken, klettere nicht auf die höchsten Berge und schwimme auch nicht ganz alleine den Amazonas runter – auch nicht in Begleitung. Ich habe eher wenig zum Prahlen. Trotzdem finde ich mein Leben unglaublich spannend, weil es mir erlaubt, einen Einblick in unterschiedliche Lebenswelten zu werfen. Ich konnte den Prinz von Malaysia einmal interviewen und ein anderes Mal mit Obdachlosen in Japan sprechen. Sehr eindrücklich war auch das Besuch eines chinesischen Dorfs, in dem etwa 50 Prozent der Frauen geraubt und zur Heirat gezwungen worden waren. Hier konnte ich mit einigen Opfern interessante Interviews führen.

4. Worauf kannst du verzichten?

Auf den Fernseher. Das Gerät habe ich nicht, brauche ich nicht und vermisse ich nicht.

5. Warum heisst Dein Blog so wie er heisst?

Ich mag es, wenn man bestehenden Begriffen eine neue Bedeutung einhauchen kann. Ein Sinograph ist streng genommen ganz einfach ein chinesisches Schriftzeichen; also das, was Chinesen als Hanji und Japaner als Kanji bezeichnen. Für mich als Ethnologe (früher auch Ethnograph) klingt das Wort aber eher nach jemandem, der durch China reist und dabei seine Abenteuer und Forschungen dokumentiert. Das ist genau das, was ich mit diesem Blog tun möchte. Daher habe ich mir für diesen Namen entschieden.

6. Schlafen: Camping, Couchsurfing oder Hotel?

Die Abwechslung macht’s. Ich habe alle drei Arten schon ausprobiert und finde sie alle toll. In Zelten schlafe ich allerdings in der Regel nicht besonders gut und Couchsurfing kann je nach Gastgeber sehr anstrengend sein.

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7. Transport: Segelboot, per Anhalter oder zu Fuss?

Mit keiner dieser Reisearten habe ich besonders grosse Erfahrungen. Meistens bin ich mit dem Bus oder dem Zug unterwegs. Einmal habe ich eine mehrwochige Motorrad-Tour durch Europa unternommen. Das war sehr toll. Deswegen möchte ich in der näheren Zukunft stärker auf ein eigenes Fahrzeug setzen – zum Beispiel auf einen Campingbus. Auch ein Segelschiff würde mich sehr reizen.

8. Welche Sportart würdest du gerne mal ausprobieren?

Am meisten würde mich Tauchen reizen. Im vergangenen Sommer habe ich fest vorgenommen, mich auf meiner Indonesien-Reise in einen Kurs einzuschreiben. Doch der Urlaub verging so schnell, dass am Ende keine Zeit mehr dafür übrigblieb. Offenbar war der Wunsch dann doch nicht stark genug. Vielleicht versuche ich es diese Jahr noch einmal.

9. Was würdest du tun, wenn du vor nichts Angst hättest?

Fallschirmspringen klingt irgendwie verlockend. Aber ich traue mich nicht einmal, von einem drei Meter hohen Sprungbrett runterzuhüpfen. Wie könnte ich mir da einen Sprung aus grosser Höhe antun? Wenn ich keine Furcht hätte, würde ich wohl auch eine Reihe von Ländern und Regionen mit einer sehr schlechten Sicherheitslage besuchen, die ich aus unterschiedlichen Gründen sehr spannend finde. Zum Beispiel finde ich Afghanistan sehr interessant, nicht erst seit ich mir die DVD von The Kite Runner anschaut habe.

10. Was wolltest du schon immer mal lernen?

Ich möchte gerne gut Gitarre spielen können. Ich kann zwar ein paar einfache Harmonien greifen und damit eine handvoll Gassenhauer begleiten. Aber das reicht nicht weit. Im letzten Sommer war ich in Indonesien. Dort haben viele Einheimische am Abend ein Lagerfeuer am Strand entfacht und dann einfach drauflos gespielt. Die Stimmung war an solchen Abend immer unglaublich schön.

11. Dein Leben wird verfilmt: Wie lautet der Titel?

Ach, Mann, Timo! Ich werde zum Glück wohl nie in die Lage kommen, mir über einen solchen Titel Gedanken zu machen. Ich vertraue fest darauf, dass ich das Leben noch vor mir habe und noch das eine oder andere titelgebende Ereignis und Erlebnis vor mir steht.

Hier sind meine elf Fragen:

  1. Warum heisst Dein Blog so wie er heisst?
  2. Welches Deiner Bilder 2013 gefällt Dir am besten und warum?
  3. Auf was freust Du Dich im kommenden Jahr am meisten?
  4. Wen würdest Du mal gerne persönlich treffen?
  5. Aus allem, was Du so in 2013 an Beiträgen auf anderen Blogs gelesen hast: welches ist Dein Lieblingspost?
  6. Worauf kannst Du verzichten?
  7. Wie hältst du’s mit der Technik? Landkarte oder GPS?
  8. Was inspiriert Dich?
  9. Welches Land oder welche Region wich am stärksten von deinen Vorstellungen ab?
  10. Was ist für dich ein Killerkriterium, um ein Land nicht zu besuchen?
  11. Wo würdest du gerne ein Jahr lang leben und arbeiten? Wieso?(Zu den ersten acht Fragen inspirierte mich Martin, der in seinem Blog Biketourglobal ebenfalls dieses Stöcken erhielt. Ich hoffe, dass das für dich okay ist, Martin!)

 Das Blogstöckchen geht an:

  • Melissa von Indojunkie: Ich liebe ihren Blog nicht nur wegen den spannenden Themen, sondern auch, weil ich im vergangenen Sommer selber zwei Monate in Indonesien war und das Lesen ihres Indonesienblogs so richtig mein Fernweh schürt.
  • Tobias von Kleine Weltreise: Ich mag wie Tobias schreibt und bin beeindruckt, dass sein Blog auch nach der Rückkehr von der Weltreise attraktiv (wenn auch seltener aktuallisiert) geblieben ist.
  • Marcel und Tobi von Home Is Where Your Bag Is: Die beiden leidenschaftlichen Backpacker haben einen der spannendsten Reiseblogs, die ich kenne. Leider haben sie es noch nicht aufs chinesische Festland geschafft. Aber zu Hongkong gibts ein paar Berichte.
  • Tino von Tino On Tour:  Auch dieser Weltreiseblogger hat es „nur“ nach Hongkong geschafft. Aber es bleiben ja noch zwei Monate, bis Tino von seiner 13 Monate langen Weltreise zurück muss. Es besteht also noch Hoffnung…  🙂
  • Martin von Globesession: Ich gehöre nicht nur zu den treuesten Lesern von GS, weil ich mit Martin eine Heimatstadt teile (und wir uns dort schon mehrmals persönlich getroffen haben), sondern auch weil er auf seinem Reiseblog das tut, was ich am meisten mag: Menschen aus aller Welt in den Vordergrund stellen.

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4 Kommentare

  1. Hallo Oli, danke für das Stöckchen – muss mal gucken was ich damit nun anfange 😉
    … aber warum schreibst Du „hat es nur nach Hongkong geschafft“ ? In den nun knapp 11 Monaten waren es 19 Länder und bis auf Afrika und Antarktis jeder Kontinent dabei. Klar geht mehr, aber ich bin ja nicht auf der Flucht 😉
    Aber zugegeben, Hong Kong war die Stadt, die mich am meisten beeindruckte …

    VG aus Kolumbien
    Tino

    PS: Wie viel Zeit bleibt mir denn das Stöckchen weiter zu „werfen“?

  2. … aaah, manchmal dauert es etwas länger 😉 … sorry!
    Von China habe ich tatsächlich nicht so viel gesehen oder berichtet. Hong Kong, Macau und 72 Stunden visafreien Aufenthalt in Shanghai auf meinem Weg von Hong Kong nach Tokio. Meinen ursprünglichen Plan von Kathmandu (Nepal) nach Lhasa (Tibet) und dann nach Beijing zu reisen, habe ich ändern müssen 🙁

    1. Hi Tino,

      sorry wegen dem „nur“. Das kann man tatsächlich falsch verstehen. Ich werde das noch irgendwie besser formulieren. Bis mir was einfällt, hier eine kleine Erklärung: Ich meinte das „nur“ nicht abwertend im Sinn von „da hat jemand keinen echten Trip“ gemacht. Ganz im Gegenteil. Aber Sinograph ist halt ein China(reise)blog und im chinesischen Raum hats du’s – soweit ich das verfolgt habe – „nur“ nach Hongkong und nicht aufs Festland geschafft. Und gell: Hongkong ist ne Hammer geile Stadt! Gefiel mir dort auch recht gut. 🙂

      Wegen der Dauer: also, ich habe dir das Stöckchen einfach mal zugeworfen und es würde mich freuen, wenn du es aufnimmst und weiterreichst. Aber ich kann natürlich auch verstehen, wenn du findest, dass eine solche Aktion nicht in deinen Blog passt. Dann bin ich dir nicht böse und lese trotzdem bei dir weiter mit…

      Gruss,
      Oli

      1. … das mit dem „Sinograph ist halt ein China(reise)blog“ habe ich dann auch verstanden und deswegen mein „manchma-dauerts-länger-Kommentar“ hinterher geschickt. Vollkommen ok … und mehr von China steht definitiv noch auf meiner Liste für kommende Touren !

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